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Fresszellen im Gehirn beeinflussen Verlauf von Alzheimer nicht

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Berlin – Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin konnten in einer Studie in Zusammenarbeit mit Kollegen des Hertie-Instituts für Klinische Hirnforschung in Tübingen zeigen, dass die Fresszellen des Gehirns, die sogenannten Mikrogliazellen, keinen Einfluss auf den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung haben. Sie berichten von ihren Ergebnissen in der Zeitschrift Nature Neuroscience (DOI: 10.1038/nn.2432).

Die Alzheimer-Erkrankung zählt zu der häufigsten Ursache einer Demenz. In Deutschland sind heute etwa 1,1 Millionen Menschen davon betroffen. In den Gehirnen der Alzheimer-Patienten kommt es zu einer Ablagerung von Amyloid-Plaques, die aus dem krankhaften Eiweiß Amyloid-ß bestehen.

In direkter Nähe dieser Plaques häufen sich die Mikrogliazellen. Bisher gab es die Hoffnung, dass die Mikroglia als Fresszellen in der Lage sind, zumindest einen Teil der krankhaften Plaques zu entfernen.

Eine Arbeitsgruppe um Frank Heppner vom Institut für Neuropathologie der Charité konnte diese These nach eigenen Angaben jetzt im Mausversuch widerlegen. Sie schalteten die Mikrogliazellen durch eine genetische Manipulation sowohl vor als auch nach Entstehung der krankhaften Amyloid-ß-Eiweiß-Ablagerungen in Alzheimer-Mäusen aus. Die Zahl der Plaques änderte sich nicht.

„Theoretisch haben Mikrogliazellen aber durchaus die Fähigkeit, Amyloid zu fressen“, erklärt Heppner. Das hätten andere Experimente gezeigt. „Wir müssen in einem weiteren Forschungsprojekt jetzt herausfinden, weshalb dieser Weg bei Alzheimer nicht funktioniert“, sagte er. Ziel sei es, Mikrogliazellen so zu verändern, dass sie zu Amyloid-Fressern werden. 

Erst kürzlich beschrieben US-Forscher im FASEB Journal, dass das Zytokin Interleukin 6 die Mikroglia zum Abbau von Plaques veranlassen könne (doi: 10.1096/fj.09-141754). © hil/aerzteblatt.de

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