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Hepatitis C: Kaffee verlangsamt Progression der Lebererkrankung

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Rockville – Drei oder mehr Tassen Kaffee am Tage könnten das Fortschreiten der Leberveränderungen bei der Hepatitis C verzögern. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher in Hepatology (2009; doi: 10.1002/hep.23162).

Ein günstiger Einfluss von Kaffee auf die Virushepatitis war bereits in früheren Studien aufgefallen, weshalb der Epidemiologe Neal Freedman des US-National Cancer Institute in Rockville/Maryland jetzt die Daten der Hepatitis C Antiviral Long-Term Treatment against Cirrhosis (HALT-C) ausgewertet hat.

An dieser Studie hatten 766 Patienten mit chronischer Hepatitis C teilgenommen, bei denen es bereits zu einer Fibrose (Ishak-Stadium 3 bis 6) gekommen war und bei denen eine frühere Therapie versagt hatte.

Eigentliches Ziel der randomisierten klinischen Studie war ein erneuter Therapieversuch mit einen pegylierten Interferon. Die Teilnehmer waren aber zu Beginn der Studie nach ihren Lebensgewohnheiten gefragt worden. Unter anderem hatten sie ihren Konsum von Kaffee und schwarzem oder grünen Tee angegeben.

Schon zu diesem Zeitpunkt fiel auf, das die histologischen Leberveränderungen bei den Kaffeetrinkern weniger stark fortgeschritten waren als bei den anderen Teilnehmern: Die Biopsien zeigten eine geringere Steatose und im Blut waren die Leberwerte (AST/ALT-Quotient, Alpha-Fetoprotein, Insulin und HOMA2-Score) weniger stark angestiegen, das Albumin war noch signifikant höher.

Während der dreieinhalbjährigen Dauer der Studie verstärkten sich diese Unterschiede noch weiter. Die Endpunkte der Studie (Aszites oder andere Folgen der Leberzirrhose wie Enzephalopathie, Leberkrebs, Peritonitis, Varizenblutung, oder ein Fortschreiten der Fibrose) wurden deutlich seltener erreicht, je mehr Kaffee die Teilnehmer getrunken hatten.

Die Assoziation war dosisabhängig und in der höchsten Kategorie (3 oder mehr Becher am Tag) wurden die Endpunkte nur halb so häufig erreicht wie bei den Teilnehmern, die keinen Kaffee tranken (relatives Risiko 0,47; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,27-0,85).

Schwarzer oder grüner Tee hatte dagegen keine protektive Wirkung. Ob allerdings der Kaffee für die Wirkung verantwortlich ist, kann auf der Studie nicht mit Sicherheit geschlossen werden. Bei Beobachtungsstudien ist es niemals ausgeschlossen, dass andere Faktoren für das Ergebnis verantwortlich sind.

So wäre es denkbar, dass die Patienten viel Kaffee tranken, weil dies die Lebererkrankung für erträglicher machte. Ob es jemals zu einer Therapiestudie mit Kaffee (oder einem der zahlreichen Inhaltsstoffe) kommt, ist offen. Die fehlende Assoziation mit Tee macht es unwahrscheinlich, dass Koffein für die Wirkung verantwortlich ist. © rme/aerzteblatt.de

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