Erfurt/München/Berlin – Die designierte Thüringer Regierungschefin Christine Lieberknecht (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, den Gesundheitsfonds beizubehalten. Dieser gewährleiste einen bundesweiten solidarischen Ausgleich sowohl zwischen den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) als auch zwischen den Beitragszahlern, sagte Lieberknecht am Donnerstag in Erfurt.
Allerdings fordert die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB), Gesundheitsfonds und Honorarsystem grundlegend umzugestalten. „Ich halte sinnvolle Anpassungen sowohl am Gesundheitsfond als auch am Honorarsystem für unumgänglich“, erklärt KVB-Vorstandvorsitzender Axel Munte.
Wenn die neue Bundesregierung in Deutschland eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung erhalten wolle, dann bräuchten die Krankenkassen und die KVen auf Landesebene wieder mehr Gestaltungsmöglichkeiten.
Mehr individuellen Spielraum fordern auch die Betriebskrankenkassen (BKK): „Da die Steuerzuschüsse den Defiziten erfahrungsgemäß immer hinterherlaufen, brauchen die Kassen die Zusage der Politik, sich kassenindividuell diejenigen Mittel beschaffen zu können, die sie konkret für das nächste Haushaltsjahr benötigen“, heißt es dazu von der BKK.
Habe eine Kasse genug Spielraum, seien auch wieder solide und nachhaltig kalkulierte Haushaltspläne machbar und es könne wieder einen echten Preiswettbewerb geben. „Dazu gehört, die staatlich festgelegte Begrenzung des Zusatzbeitrags nicht nur ein wenig zu modifizieren, sondern aufzuheben“, fordert die BKK.
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