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| Philipp Rösler, Ursula von der Leyen /ddp |
Berlin – Nach zähem Ringen haben sich Union und FDP auf eine langfristige Neuordnung im Gesundheitssystem verständigt. Das teilten die Koalitions-Chefunterhändler für Gesundheit - Ursula von der Leyen (CDU) und Philipp Rösler (FDP) - am Freitag gemeinsam mit der CSU-Politikerin Barbara Stamm (CSU) in Berlin mit.
Das neue System der gesetzlichen Krankenkassen soll auf drei Säulen basieren: einem gehaltsabhängigen Arbeitgeberanteil, einem einkommensunabhängigen Arbeitnehmeranteil und einem Solidarausgleich. Der Arbeitgeberanteil soll eingefroren werden. Ein Sozialausgleich werde über das Steuersystem eingeführt. „Man muss sehen, dass man den Menschen im Mittelpunkt hat, aber vor allem auch die Lohnnebenkosten“, betonte Stamm.
„Wir schaffen damit ein robustes Gesundheitssystem, das nicht mehr alle zwei bis drei Jahre reformiert werden muss“, sagte Rösler. Hinzu kämen wieder mehr Freiheit für die Kassen bei der Beitragsgestaltung sowie „regionale Differenzierungsmöglichkeiten“. „Wenn die Kassen die Beitragsautonomie haben und sie selber den einkommensunabhängigen Beitrag festlegen können, wird er ihnen auch zur Verfügung stehen und damit natürlich auch regional jeweils am Standort verwendet“, erklärte Rösler.
Eine Regierungskommission soll sich mit der Überführung des jetzigen Systems zu den neuen Strukturen befassen. Von der Leyen sagte, die Neuordnung bringe mehr Transparenz in das System. „In Zukunft können die Krankenversicherungen zeigen wir gut sie wirtschaften.“
Vor 2011 soll sich jedoch nichts ändern: Sowohl der einheitliche Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung als auch die Deckelung der Zusatzbeiträge auf ein Prozent würden 2010 bestehen bleiben. Stamm stellte klar, dass das erwartete Defizit von 7,4 Milliarden Euro im kommenden Jahr müsse nicht von den Versicherten alleine getragen werden müsse. „Die konjunkturbedingten Steigerungen werden vom Steuerzahler bezahlt werden.“
aerzteblatt.de
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