Kopenhagen – Eine Nebenwirkung des oralen Antidiabetikum Liraglutid, seit Anfang des Jahres zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus zugelassen, könnte auch für Nichtdiabetiker neue Therapieperspektiven eröffnen. In einer randomisierten Studie im Lancet (2009 doi: 10.1016/S0140- 6736(09)61375-1) senkte der Wirkstoff das Körpergewicht von Nicht-Diabetikern stärker als Orlistat.
Liraglutid ist wie Exenatid ein Analogon des „glucagon-like peptide-1“ GLP-1. Dieses Hormon wird in den L-Zellen des terminalen Ileums gebildet. Es wird nach den Mahlzeiten freigesetzt und stimuliert unter anderem die Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse.
Diese Wirkung wird bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus ausgenutzt. In den klinischen Zulassungsstudien zeigte sich, dass Liraglutid und Exenatid das Körpergewicht senken, was auf eine Verzögerung der Magenentleerung und eine Hemmung von Appetit und Durstgefühl zurückgeführt wird.
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Liraglutid hatte jedoch noch einen Zusatznutzen. Zu Beginn der Studie war nämlich etwa ein Drittel der Teilnehmer prä-diabetisch – definiert als grenzwertig erhöhte Nüchternblutzuckerwerte oder einen pathologischen oralen Glukosebelastungstest. Die Therapie mit dem oralen Antidiabetikum senkte den Anteil der Prädiabetiker um 84 bis 96 Prozent. Außerdem wirkte sie sich günstig auf den Blutdruck aus.
Leider war die Verträglichkeit nicht optimal. Unter der höchsten Dosierung kam es anfangs bei über 30 Prozent zur Übelkeit. Sie besserte sich zwar bei den meisten Patienten im Verlauf der Studie und führte niemals zum Abbruch.
Es dürfe jedoch ein gewisser Leidensdruck notwendig sein, um die Patienten von der Notwendigkeit einer Therapie zu überzeugen, zumal die täglichen subkutanen Injektionen hinzukommen.
Außerdem dürften die Zulassungsbehörden weitere Ergebnisse aus Phase-III-Studien einfordern, bevor sie einer Erweiterung der Zulassung zustimmen, sofern diese überhaupt angestrebt wird. Dem Hersteller waren die Ergebnisse der Studie jedenfalls keine Pressemitteilung wert.
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