Leiden – Dass die Hämodialyse keinen vollwertigen Ersatz für die natürliche Nierenfunktion bietet, ist lange bekannt. Nach einer Analyse europäischer Patientenregister im US-Amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2009; 302: 1782-1789) ist neben der kardiovaskulären auch die nicht kardiovaskuläre Sterblichkeit deutlich erhöht.
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Von den etwa 123.000 Patienten, die in neun europäischen Ländern (keine deutsche Beteiligung) seit 1994 dialysiert wurden, starb jeder Dritte innerhalb der ersten drei Jahre. Die erhöhte Sterblichkeit wurde bisher allein auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückgeführt.
Diese sind einmal häufig Ursache der Niereninsuffizienz. Zum anderen fördert die Urämie die Arteriosklerose. Die 8,8-fach erhöhte kardiovaskuläre Sterblichkeit der Dialyse-Patienten, die Dinanda de Jager von der Universität Leiden errechnet hat, stellt deshalb keine Überraschung dar.
Die Patienten starben jedoch nicht nur an den Folgen von koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz. Auch die nicht kardiale Sterblichkeit war um den Faktor 8,1 erhöht. Auffällig war hier eine hohe Zahl von Todesfällen an Infektionen, die die Autorin auf die Urämie und die die dadurch bedingte Funktionsstörung des Immunsystems zurückführen.
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