Berlin – Die Bundesbürger müssen sich bei der Einführung einer Kopfpauschale in der gesetzlichen Krankenversicherung auf Prämien in Höhe von 100 Euro einstellen. „Die Pauschale dürfte bei 100 oder 110 Euro liegen“, sagte der Duisburger Gesundheitsökonom Jürgen Wasem der Tageszeitung „Die Welt“ vom Donnerstag.
Die Hälfte der Gesundheitsausgaben werde nach den Plänen der Koalition weiterhin über einen einkommensabhängigen Beitrag der Arbeitgeber finanziert, sagte Wasem. „Das restliche Geld sollen dann die Versicherten einkommensunabhängig, also als Kopfpauschale, zahlen.“ Bei durchschnittlichen Ausgaben von heute 200 Euro im Monat entfielen damit 100 Euro auf die Versicherten.
Die neue Koalition hatte sich auf eine radikale Reform des Gesundheitswesens geeinigt. Details sollen von einer Regierungskommission geklärt werden. Dabei sei der Umfang des geplanten Sozialausgleichs über das Steuersystem entscheidend, betonte Wasem. Denn zunächst würden die Besserverdienenden durch das Pauschalsystem entlastet, Geringverdiener dagegen belastet.
aerzteblatt.de |
Wasem verwies zudem darauf, dass die geplante Festschreibung des Arbeitgeberbeitrags den Spardruck im System mindern werde. "Würde hingegen der Arbeitgeberbeitrag noch mehr steigen, kämen wir um weitere massive Einschnitte nicht herum". Insofern habe man es mit der "Wahl zwischen zwei Übeln" zu tun, sagte Wasem.
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.