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Medizin

Gentherapie repariert Lungentransplantat

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Toronto – Derzeit können die Lungen von mehr als 80 Prozent aller Organspender wegen mangelnder Qualität nicht verwendet werden. Eine Gentherapie, die kanadische Forscher in Science Translational Medicine (2009; 1: 4ra9) vorstellen, soll dies ändern.
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Viele Organspender werden vor ihrem Tod beatmet, andere leiden an chronischen Lungenerkrankungen. Die Lungen sind deshalb bei der Organentnahme oft stark geschädigt. Häufig hat eine Entzündung die Verbindung zwischen Alveolaren und Kapillaren zerstört, sodass der Gasaustausch, die wichtigste Funktion der Lunge, nicht mehr gewährleistet ist.

Kanadische Forscher suchen seit einiger Zeit nach Möglichkeiten, die beschädigten Lungen wieder zu reparieren. Der erste Schritt bestand in der Entwicklung eines Lungenperfusionssystems, in dem die Lungen nach der Organentnahme über längere Zeit mit einer Lösung „durchblutet“ werden, die wichtige Blutbestandteile, darunter Sauerstoff, Proteine und auch Nährstoffe für die Lungenzellen enthält. Auch die Lungenbewegungen werden in dem gläsernen „Dom“ nachgeahmt (siehe Video).

Dies ermöglichte es der Gruppe um Shaf Keshavjee von der Universität Toronto die Lungen mit Adenoviren zu infizieren. Damit sollte nun nicht etwa die Widerstandskraft der Lungen gegen Atemwegserreger getestet werden. Die Viren waren vielmehr genetisch so modifiziert, dass sie das Gen für Interleukin-10 an die Lungenzellen abgaben. Interleukin-10 ist ein antiinflammatorisches Zytokin.

Es soll die schwere Entzündungsreaktion in der Lunge beheben und damit die Verwendbarkeit des Transplantates verbessern. Das wurde zunächst an Lungen vom Schwein und später auch an menschlichen Organen untersucht, die für eine Transplantation nicht infrage kamen. Die Ergebnisse sind nach Aussage der Forscher so vielversprechend, dass Keshavjee hofft, demnächst mit klinischen Studien beginnen zu können.

An Teilnehmer für die Studien werde es keinen Mangel geben, schreibt der Forscher, denn die Wartelisten für Lungentransplantationen sind lang und derzeit versterben viele Patienten, bevor ein rettendes Organ zur Verfügung steht. © rme/aerzteblatt.de

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