Erzbischof und Mediziner für Förderung der Palliativmedizin
Freitag, 30. Oktober 2009
dpa
Köln – Die Förderung einer sterbebegleitenden, schmerzlindernden Medizin haben der Erzbischof von Utrecht, Willem Jacobus Eijk, und der Präsident der Europäischen Gesellschaft für Palliativmedizin, Lukas Radbruch, angemahnt. Die Erlaubnis der aktiven Sterbehilfe könne zu einem Dammbruch führen, der medizinisches Töten als gängige Alternative in der letzten Lebensphase erscheinen ließe, erklärten Eijk und Radbruch am Donnerstagabend in Köln. Um dies zu verhindern, müsse die Palliativmedizin ausgebaut werden.
Der Erzbischof erklärte, in den Niederlanden werde die Erlaubnis zu Sterbehilfe und Beihilfe zur Selbsttötung allmählich immer weiter ausgedehnt. Dies betreffe etwa Patienten, die an psychischen Erkrankungen leiden. Eijk, der in der holländischen Bischofskonferenz für medizinisch-ethische Fragen zuständig ist, verwies auf eine seit 2007 in seiner Heimat geltende Rechtsregelung zur Lebensbeendigung schwerbehinderter Neugeborener. Dies alles sei mit dem christlichen Menschenbild in keiner Weise vereinbar, kritisierte der Erzbischof.
Für eine bessere Ausbildung der Mediziner im Hinblick auf schwerstkranke, unheilbare Patienten sprach sich Radbruch aus, der auch Direktor der Aachener Klinik für Palliativmedizin ist.
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