Eingeloggt als

Suchen in

5.758 News Politik

Politik

Hospiz Stiftung kritisiert Bischöfin Käßmann

Montag, 2. November 2009

Bonn – Die Deutsche Hospiz Stiftung kritisiert die jüngsten Äußerungen von Bischöfin zum Thema Sterbehilfe als „zweideutig“, „missverständlich“ und „politisch unklug“. In mehreren Interviews habe sich die neu gewählte Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zwar gegen aktive Sterbehilfe ausgesprochen, aber sehr wohl „für einen selbstbestimmten Tod“, erklärte der Vorstand der Patientenschutzorganisation, Eugen Brysch, am Sonntag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn.

Indem sie sich nicht klar genug gegen „organisierten assistierten Suizid“ und eine bewusste Verkürzung des Lebens wende, könne Käßmann den Befürwortern aktiver Sterbehilfe in die Hände spielen, warnte Brysch. Zudem sei Käßmanns Äußerung falsch, Palliativmedizin könne „sehr oft“ auch dazu führen, dass „der Tod vorzeitig eintritt“.

Die Realität in der Hospiz- und Palliativpflege sehe anders aus, so Brysch. Dort führe professionelle Schmerztherapie eben nicht zum Massenphänomen des frühen Todes. Tatsächlich ein Massenphänomen sei allerdings, dass „400.000 Sterbende keine Palliativpflege erhalten“.

Im „Deutschlandradio Kultur“ und in der „Welt am Sonntag“ hatte Käßmann unter anderem gesagt, man müsse „diesen Wunsch hören nach einem selbstbestimmten Tod“. Sie sei „absolut gegen aktive Sterbehilfe“.

Aber man müsse Menschen begleiten auf ihrem Weg ins Sterben und passive Sterbehilfe leisten im Wissen, dass „Palliativmedizin, also schmerzlindernde Medizin, sehr oft auch dazu führen kann, dass der Tod vorzeitig eintritt“. Käßmann wörtlich: „Ich finde, wir müssen respektieren, dass Menschen das für sich selbst entscheiden wollen.“ © kna/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
5.758 News Politik

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

crefeld
am Montag, 2. November 2009, 20:48

Hospiz Stiftung kritisiert Bischöfin Käßmann

Obwohl Frau Käßmann betont, dass sie gegen aktive Sterbehilfe ist, wird ihr unterstellt, dass sie sich nicht klar genug gegen organisierte assistierte Sterbehilfe wende. Ich hatte als junger Arzt einmal einen Chef, der ließ lieber eine junge Krebspatientin qualvoll sterben, als das er ihr Schmerzmittel gab, die doch ihr Leben gefährden und zum rascheren Tod führen könnten. Was ist das für ein erbarmungsloses liebloses Bild vom Menschen. Gut dass viele Hospizarbeiter einen liebevolleren Umgang mit ihren sterbenden Menschen praktizieren. Letztlich kommt es auf den Willen des Menschen an, denn zur Würde des Menschen gehört auch sein Recht auf Selbstbestimmung - meint jedenfalls unser Grundgesetz.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste