Cincinnati – Die bevorstehenden Massenimpfungen gegen die Schweinegrippe werden zwangsläufig zu vermehrten Meldungen von Verdachtsfällen unerwünschter Reaktionen (UAW) führen, sagen Experten im Lancet (2009; doi:10.1016/S0140-6736(09)61877-8) voraus. Erste Erfahrungen aus Schweden bestätigen diese Vermutung.
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Es dürfte schwierig sein, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass diese Erkrankungen nicht Folge der Impfung sind. Und auch den Behörden dürfte es schwer fallen im Einzelfall zwischen einer Kausalität und zufälliger Koinzidenz zu unterscheiden, wie erste Berichte aus Schweden zeigen.
Dort sind bereits 1,4 Millionen Dosen des Impfstoffes Pandemrix ausgeliefert worden. Wie viele davon verabreicht wurden, ist unklar. Bei der zuständigen Arzneibehörde Läkemedelsverket häufen sich jedoch bereits die UAW-Meldungen. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung verstarben fünf Patienten. Der Tod trat zwischen 12 Stunden und 4 Tage nach der Impfung auf.
Bei allen 5 Patienten lagen chronische Erkrankungen vor, die als Erklärung für den Todesfall infrage kommen, sodass die Behörde keinen Anlass hat, hier einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung zu vermuten.
Unter den etwa 200 UAW-Meldungen der Ärzte – zusätzlich trafen 400 bis 500 Meldungen aus der Bevölkerung ein – befindet sich noch keiner der genannten neurologischen Zwischenfälle. Beachtenswert sind aus Sicht des deutschen Paul-Ehrlich-Instituts, dass es bei 37 Patienten zu allergischen Reaktionen kam. Darunter befanden sich 15 schwerwiegende Zwischenfälle. Die schwedische Behörde sieht bei vier anaphylaktischen Reaktionen einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung. In einem fünften Fall wurde kein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung gesehen.
Die Patienten wurden mit Adrenalin, Kortikosteroiden und Antihistaminika behandelt. In keinem Fall kam es zu einem anaphylaktischen Schock. Die schwedische Behörde gibt an, dass bei zwei Patienten eine Hühnereiweißallergie bekannt war, davon hat zumindest ein Patient eine anaphylaktische Reaktion erlitten.
Auch wenn die Beurteilung der schwedischen Behörde erst vorläufig sein könne, rät das Paul-Ehrlich-Institut den Ärzten die Indikation einer Impfung bei Personen mit bekannter Hühnereiweißallergie sehr sorgfältig zu stellen.
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