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Mammakarzinom: Metastasen mit verändertem Rezeptorstatus

Mittwoch, 4. November 2009

Edinburgh – Onkologen gehen bei der Therapieplanung für das Mammakarzinom häufig davon aus, dass die Metastasen den gleichen Rezeptorstatus haben wie der Primärtumor. Dies könnte nach einer Studie in den Annals of Oncology (2009; doi: 10.1093/annonc/mdp427) jedoch ein manchmal folgenschwerer Irrtum sein.

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Der Rezeptorstatus beeinflusst beim Mammakarzinom die Wahl der Therapie. Eine Hormontherapie mit Tamoxifen ist nur sinnvoll, wenn die Tumoren einen Östrogenrezeptor exprimieren, an dem dieser selektive Östrogenrezeptormodulator angreift. Der Einsatz von Trastuzumab verspricht nur dann einen Erfolg, wenn es auf den Tumorzellen den Rezeptor HER2/neu gibt, den dieser monoklonale Antikörper ausschaltet.

Beim Mammakarzinom ist deshalb vor der Therapie eine Bestimmung des Rezeptorstatus im Primärtumor üblich. Die verbreitete Annahme, dass er sich im Verlauf der Erkrankung nicht ändert, wird durch eine Analyse von Dana Faratian von der Universität Edinburgh infrage gestellt.

Die Pathologin hat bei 211 Patientinnen den Rezeptorstatus von Primärtumor und Lymphknotenmetastasen verglichen — mit dem Ergebnis, dass es in jedem zweiten Fall Diskrepanzen gab. Nicht nur die Anzahl der exprimierten Rezeptoren schwankte sehr stark (Faktor 5 oder mehr), es gab auch eine Reihe von Tumoren, die ihren Rezeptorstatus vollständig änderten.

Da gab es Lymphknotenmetastasen, die anders als der Primärtumoren keine Östrogenrezeptoren mehr exprimierten, was nach Ansicht der Pathologin das Versagen einer Tamoxifentherapie vorhersehbar macht und die Patientinnen unnötigerweise Nebenwirkungen der Therapie aussetzt.

Bei 20 Tumoren änderte sich der Status von östrogen-negativ nach -positiv. Hier wurde dann eine Therapiechance verpasst. Dies trifft insbesondere auch auf 39 Patientinnen zu, deren Primärtumoren „triple-negativ“ waren. Hier fehlte neben HER und Östrogen- auch der Progesteronrezeptor.

Das ist eine prognostisch ungünstige Konstellation des Primärtumors, die sich aber bei immerhin 9 Patienten im Lymphknoten verbesserte, da hier wenigstens einer der Rezeptoren wieder vorhanden war.

Die Ergebnisse überraschen, da in früheren Studien eine höhere Konkordanz im Rezeptorstatus beobachtet wurde. Leitlinienautoren dürften deshalb zunächst eine Überprüfung der Ergebnisse verlangen, bevor sie kostspielige Änderungen der Empfehlungen akzeptieren. © rme/aerzteblatt.de

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