Heidelberg – Kardiologen an der Universitätsklinik Heidelberg haben erstmals eine undichte Mitralklappe über einen Leistenkatheter operiert. Die Methode wird weltweit nur an wenigen Zentren angeboten.
Während der Chirurg bei der herkömmlichen Operation den Brustkorb öffnen und das Herz stilllegen muss, ist dies bei dem neuem Verfahren nicht mehr nötig. Hier erreicht der Operateur das Herz über einen Zugang in der rechten Leistenvene und schiebt einen Katheter bis in den rechten Vorhof. Nach Durchstechen der Vorhofscheidewand liegt dieser im linken Vorhof direkt über der Mitralklappe.
An der Stelle, wo die Herzklappe nicht richtig schließt, platziert der Arzt eine kleine Klammer, die die Klappenränder zusammenhält und damit die Schlussfähigkeit der Klappe verbessert. Mithilfe der Röntgendurchleuchtung und eines kleinen Ultraschallgerätes in der Speiseröhre lässt sich die Lage des Clips kontrollieren.
„Die Methode wurde in den USA bereits an etwa 450 Patienten erfolgreich angewendet“, erklärt Kardiologe Wolfgang Rottbauer, der den Eingriff leitete. Insgesamt sei das Verfahren sehr schonend und eigne sich deshalb insbesondere für schwer erkrankte, sonst inoperable Patienten.
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