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Erythropoetin: Thromboembolierisiko in der Krebstherapie

Mittwoch, 11. November 2009

New York City – Der Einsatz von Erythropoese stimulierenden Medikamenten (ESA) hat sich in den USA innerhalb eines Jahrzehnts verzehnfacht, ohne dass es zu der erhofften Entlastung der Blutbanken kam. Stattdessen dokumentiert eine Studie im Journal of the National Cancer Institute (2009; doi: 10.1093/jnci/djp387) einen Anstieg der Thromboembolien, die allerdings ohne Einfluss auf die Sterblichkeit blieb.

Im Frühjahr 2007 warnte die FDA vor einem erhöhten Thromboembolierisiko von ESA, die außerdem im Verdacht stehen, das Krebswachstum zu stimulieren und in Studien die Sterblichkeit der Patienten erhöhten.

Zu diesem Zeitpunkt gab Medicare, die staatliche Gesundheitsversorgung für Rentner, pro Jahr 10 Milliarden US-Dollar für ESA aus, mehr als für jedes andere Medikament. ESA wurden und werden zwar auch bei anderen Indikationen verordnet (renale Anämie).

Die durch Chemotherapie induzierte Anämie war jedoch zu einem Haupteinsatzgebiet geworden, wie Dawn Hershman von der Columbia Universität in New York City recherchiert hat: Im Jahr 2002 erhielt jeder zweite Krebspatient, der mit einer Chemotherapie behandelt wurde, ESA. Zehn Jahre zuvor, war es nur jeder zwanzigste Patient gewesen.

ESA korrigieren die durch die Chemotherapie induzierte Anämie und sie sollten die Zahl der Bluttransfusionen senken. Letzteres gelang jedoch nicht. Nach wie vor benötigt jeder fünfte Krebspatient unter einer Chemotherapie Bluttransfusionen.

Auf der anderen Seite steigerte der Einsatz von ESA den Anteil der Patienten, die Thromboembolie erlitten von 9,8 Prozent (ohne ESA) auf 14,3 Prozent, was aber nicht zu einem Anstieg der Sterblichkeit führte.

Die retrospektive Analyse zeigt nach Ansicht der Autoren, wie wichtig eine kontinuierliche Überprüfung der Sicherheit von Medikamenten auch nach deren Zulassung ist, zumal die Medikamente häufig bei Patienten eingesetzt würden, welche die Einschlusskriterien der klinischen Studien nicht erfüllen. In der Onkologie sind dies häufig ältere Hoch-Risiko Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren, auf die die Ergebnisse der klinischen Studien nur bedingt anwendbar sind. © rme/aerzteblatt.de

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