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Ärzte müssen Verdachtsfälle bei Schweinegrippe nicht mehr melden

Freitag, 13. November 2009

Berlin – Wegen der rasanten Ausbreitung der Schweinegrippe in Deutschland wird die Meldepflicht eingeschränkt. Ärzte müssen ab Samstag Verdachtsfälle und Grippekranke ohne Labornachweis nicht mehr an die Gesundheitsämter melden, wie ein Sprecher des Bundes­gesund­heits­ministeriums in Berlin am Freitag bestätigte. Ungeachtet des Ansturms von Impfwilligen in vielen Praxen gibt es nach wie vor erhebliche Vorbehalte gegen die Impfung.  

Den Gesundheitsämtern müssen künftig nur noch Todesfälle gemeldet werden, die in Verbindung mit der Schweinegrippe stehen. Auch Patienten, bei denen die Infektion aufgrund von Laboruntersuchungen eindeutig nachgewiesen wurde, müssten weiterhin gemeldet werden, sagte der Ministeriumssprecher.

Laut Ministerium reichen die weiteren Labormeldungen und das bestehende Grippe-Überwachungssystem durch ausgewählte Arztpraxen aus, um weiterhin einen guten Überblick über die Entwicklung der Schweinegrippe zu erhalten.  

Die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, sagte dem „Westfalen-Blatt“, die bisherige Meldepflicht sei im Hinblick auf den Erregernachweis nicht mehr sinnvoll. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Freitag sagte sie zudem, nur bei einem der von den Ärzten gemeldeten Patienten sei das neue Grippevirus auch wirklich in einem Test nachgewiesen worden. Während zu Beginn der Epidemie noch jeder Patient getestet worden sei, würde die Diagnose inzwischen häufig nur anhand der Symptome gestellt.  

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden beantragen Ärzte bei Grippekranken nur noch in Einzelfällen einen Labortest. Dies sei zum Beispiel bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen notwendig, bei denen sich ein schlimmer Verlauf der Grippe abzeichnen könne.

In Sachsen starb am Donnerstagabend ein 44-jähriger ungeimpfter Mann aus dem Vogtland nach einer Infektion mit dem H1N1-Virus, teilte das sächsische Sozialministerium am Freitag in Dresden mit. Der Patient hätte an Husten und Atemnot gelitten und sei zunächst ambulant und später stationär behandelt worden. Vorerkrankungen oder Risikofaktoren des Mannes seien bisher nicht bekannt.

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Nach dem Tod eines gegen Schweinegrippe geimpften Mannes in Wuppertal hat die dortige Staatsanwaltschaft die Leiche des 46-Jährigen obduzieren lassen. Dabei wurden am Freitag keine Hinweise festgestellt, dass der Tod durch die Impfung verursacht wurde, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag sagte. Laut der Obduktion war ein plötzlicher Herzstillstand die Todesursache. Zudem war der Mann lungenkrank und hatte an Allergien gelitten.

Damit sind in Deutschland den Angaben zufolge 14 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Weit mehr als 50.000 Erkrankungen wurden seit April dem RKI gemeldet.

Trotzdem hält nur jeder vierte Deutsche einer neuen Erhebung zufolge derzeit eine Schutzimpfung für nötig. 43 Prozent der Befragten würden sich auf keinen Fall gegen die Schweinegrippe impfen lassen, ergab eine Umfrage von Infratest dimap für den Deutschlandtrend der ARD. Mitte Oktober waren es noch 39 Prozent.

 28 Prozent der 1.000 Befragten würden wahrscheinlich nicht zur Impfung gehen. 27 Prozent waren es vor einem Monat. Nur 14 Prozent würden sich wahrscheinlich den Impfschutz abholen - im Oktober waren es noch 19 Prozent. © ddp/afp/aerzteblatt.de

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