Baltimore – Die US-Bischöfe beraten ab heute in Baltimore über ethische Fragen und über die umstrittene Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama. Weitere Themen der viertägigen Herbstvollversammlung sind ein Berichtsentwurf zur Langzeitstudie über Ursachen und Kontext von sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche sowie ein Bericht über religiöse Berufungen.
Die Bischöfe stimmen unter anderem über ein Schreiben zu modernen Reproduktionstechnologien ab. Im Entwurf heißt es, die Kirche fühle mit Paaren, die unter Unfruchtbarkeit zu leiden hätten, und wolle ihnen auch in ihrer Situation helfen. Allerdings seien manche Technologien „keine legitimen Wege, diese Probleme zu lösen“.
Unter anderem wird das Dokument nach Angaben der Bischofskonferenz die katholische Lehre zu künstlicher Befruchtung, Ei- und Samenspenden, Klonierung und Einfrieren von Embryonen bekräftigen. Dagegen setze es eine „ganze Bandbreite“ ethisch verantworteter Methoden, darunter Hormon- und Eileiterbehandlungen sowie Behandlungen zur Behebung männlicher Unfruchtbarkeit.
Ferner wollen die Bischöfe über ethische Richtlinien in der katholischen Krankenpflege abstimmen. Unter anderem geht es um die Frage, ob Wachkoma-Patienten durch Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr am Leben erhalten werden sollen. Auf der Agenda der viertägigen Beratungen stehen außerdem Abstimmungen zur englischsprachigen Übersetzung des römischen Messbuchs, über die seit Jahren theologisch gerungen wird.
aerzteblatt.de |
Behindertes britisches Baby nach Abschaltung von Atemgerät gestorben
London – In Großbritannien ist ein schwer behindertes Baby nach der Abschaltung seines Beatmungsgerätes gestorben. Wie die Mutter des einjährigen Jungen der Zeitung „Mail on Sunday“ sagte, starb das Baby am Freitag im Beisein seiner Eltern.
Nach einem schwierigen Gerichtsprozess über das Schicksal des Jungen hatte der von der Mutter getrennt lebende Vater erst am Dienstag seine Ablehnung der von den Ärzten empfohlenen Maßnahme zurückgezogen. „Ich habe mit ihm gekuschelt, als sie den Schlauch herausgenommen haben“, berichtete die Mutter der Zeitung. „Das letzte, was ich zu ihm gesagt habe, war, dass ich ihn liebe und immer für ihn da sein werde.“
Vorausgegangen war ein Streit zwischen den Eltern des Kindes. Die Mutter hatte sich auf die Seite der Ärzte gestellt. Der Vater wollte, dass sein an einer seltenen neuromuskulären Krankheit leidender Sohn weiterlebt. Der Junge konnte seit seiner Geburt im Oktober 2008 nur über das Atemgerät und einen Ernährungsschlauch in der Nase am Leben gehalten werden.
Seine Krankheit machte es ihm zudem fast unmöglich, sich zu bewegen oder Gesichtsausdrücke zu zeigen. Der Vater hatte sich zunächst mit dem Argument gegen das Abschalten der Geräte gestellt, sein Sohn könne hören und sehen sowie seine Eltern erkennen.afp
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