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Massive Kritik an Röslers Plänen zur Kopfprämie

Montag, 16. November 2009

Dresden/Hamburg – Der neue Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) kommt wegen seiner Pläne zum Umbau des Gesundheitssystems unter Druck. Neben harscher Kritik der Opposition lehnte am Samstag auch der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer die Pläne ab. Ärzte warnten ebenfalls vor einer Kopfpauschale.

Seehofer nannte es im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ völlig ausgeschlossen, dass das Gesundheitswesen durch eine einkommensunabhängige Prämie finanziert wird. Dies gelte nicht nur für diese Legislaturperiode, sondern „für das ganze nächste Jahrzehnt“, betonte der bayerische Ministerpräsident. Eine solche Prämie setze einen sozialen Ausgleich über die Steuerkasse voraus, der pro Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag verschlinge. „Bisher hat mir noch niemand erklären können, wo so viel Geld herkommen soll“.

Der Präsident der Sächsischen Ärztekammer, Jan Schulze, sagte in Dresden auf der Kammerversammlung, die Einführung einer sogenannten Kopfpauschale „könnte zu einem finanziellen, bürokratischen und politischen Albtraum werden“. Eine Entsolidarisierung zugunsten einer Ökonomisierung lehnten die Ärzte grundsätzlich ab, weil es bei der Behandlung kranker Menschen gerade auf Solidarität ankomme.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier warf der Bundesregierung einen „Ausstieg aus der Solidarität“ in der Gesundheitspolitik vor. Das werde die soziale Spaltung in Deutschland vertiefen. © ddp/aerzteblatt.de

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emilio
am Montag, 16. November 2009, 15:03

Gesundheitsreform am System, nicht am Patienten

Es ist gut, wenn sogar Neoliberale aus der CSU den destruktiven Kurs Röslers ablehnen. Eine echte Gesundheitsreform, die vor allem eine Reform der Finanzen des Gesundheitssystem, d.h. der Ausgaben, sein muß, sollte genau bei der Klientel der FDP ansetzen, nämlich bei den Pharmakonzernen, die sich ihren lobenswerten Forschungsaufwand zu gut bezahlen läßt und sich die Preise selber machen darf. Eine künftige vernünftigere Bundesregierung sollte dafür sorgen, daß sinnvolle und effektive Medikamente nicht teure und nebenwirkungsbehaftete verdrängen, daß unkonventionelle und preisgünstige Heil-Methoden, wo sie nutzen, gefördert werden und daß kostenintensive Tricksereien der Pharma-Industrie (z.B. Lucentis vs. Avastin) unterbunden werden. Was ist mit einigen hoffnungsvollen Entwicklungen geschehen, wie der "Impfung gegen Karies", die Zahnärzte das Zähneklappern lehrte? Wieso müßte ein offenbar hochwirksames Medikament aus Vitamin B12 und Avocadoöl, das dem Vernehmen nach besser und ohne Nebenwirkungen gegen Neurodermitis hilft, ein teures und langwieriges Verfahren zur Zulassung durchlaufen?
An diesen Stellen muß reformiert werden, nicht am Beitragssystem!

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