Hannover/London – Wissenschaftler um Christoph Klein von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Bodo Grimbacher vom Royal Free Hospital, University College, London, haben einen Gendefekt identifiziert, der eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit verursacht.
Sie haben daraufhin einen neuen Therapieansatz entwickelt, um die Erkrankten dauerhaft zu heilen. Die Forscher publizierten ihre Angaben im New England Journal of Medicine (doi 10.1056/NEJMoa0907206).
In ihrer Studie stellten die Wissenschaftler bei fünf chronisch erkrankten Kindern eine Veränderung des Erbgutes fest. Die Mutation führt zu einer Störung des Immunsystems: Bei den Patienten erkennen die Immunzellen Interleukin-10 nicht mehr, sodass die eigene Darmflora als fremd eingestuft und bekämpft wird.
Die Darmwand reagiert mit einer krankhaft entzündlichen Veränderung; sie bildet Fisteln und Eiteransammlungen. Nach der Entdeckung des Gendefektes, der die chronisch-entzündliche Darmerkrankung bei den Kindern erklären kann, entwickelten die MHH-Ärzte eine neue Therapie: Sie übertrugen Blutstammzellen, die den Gendefekt behoben und die entzündlichen Darmveränderungen dauerhaft und komplett abheilen ließen.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.