Eingeloggt als

Suchen in

5.758 News Politik

Politik

Schweinegrippe: Paul-Ehrlich-Institut kritisiert Bundesländer

Dienstag, 17. November 2009

Berlin – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Gesundheitsministerien der Länder kritisiert, weil sie die Zahl der Schweinegrippe-Impfungen nicht bekanntgeben würden. „Wir haben alle Bundesländer gebeten, uns Impfzahlen zu übermitteln, aber nur fünf haben uns zugesagt, das auch zu tun und nur drei Bundesländer haben bisher überhaupt Zahlen geliefert“, sagte eine Sprecherin des PEI dem „Tagesspiegel“ vom Dienstag. Das sei ein großes Problem für die Behörde. Die Ärztekammer Berlin forderte eine „umfassende und offene Analyse unter allen Beteiligten“.

Das PEI ist dafür zuständig, die Nebenwirkungen des Schweinegrippe-Impfstoffes Pandemrix zu überwachen. Der Impfstoff wurde vor seiner Zulassung zwar an einigen Tausend Menschen getestet, seltene Nebenwirkungen lassen sich dabei aber nicht ermitteln.

Um solche seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen auszuschließen, sammeln Mitarbeiter des PEI Meldungen von „unerwünschten Ereignissen“. Schwere Erkrankungen und Todesfälle können aber auch rein zufällig kurz nach der Impfung auftreten. Darum muss die Zahl der beobachteten Fälle mit der ohnehin zu erwartenden Zahl solcher Ereignisse verglichen werden.

Diese Zahl hängt von der Zahl der Impfungen ab. „Dazu haben wir kaum valide Daten und das macht eine Bewertung sehr schwer“, sagte die Sprecherin des PEI. „Es ist sehr wichtig, dass uns mehr Bundesländer diese Daten zur Verfügung stellen.“

Bis zum vergangenen Donnerstag hätten insgesamt 197 Personen Nebenwirkungen gemeldet, berichtete die Sprecherin. Weil jede Nebenwirkung wie Fieber oder Gelenkschmerzen einzeln aufgeführt werde, umfasse die Liste insgesamt 652 „unerwünschte Ereignisse“.

Der Präsident der Berliner Ärztekammer,  Günther Jonitz, kritisierte: „Die bisherigen Pandemiepläne und deren Umsetzung auf Landes- und Bundesebene hat nicht den realen Anforderungen an eine effektive Seuchenabwehr genügt.“ Das Wichtigste sei, die Zuständigkeiten der beteiligten Behörden und Institutionen zu klären.

 „Um für künftige, möglicherweise wesentlich schwerwiegendere Pandemien gewappnet zu sein, muss vor allem die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen im Vorfeld genau abgestimmt und gepflegt werden", betonte er.

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Bekämpfung einer Pandemie als nationale Bedrohung primär eine staatliche Aufgabe sei. © hil/ddp/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
5.758 News Politik

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste