Melbourne – Die Universität von Melbourne hat ehemalige Heimkinder um Verzeihung dafür gebeten, dass Wissenschaftler der Hochschule sie für medizinische Versuche benutzt haben. Vizekanzler Glyn Davies äußerte am Mittwoch „tiefes Bedauern“ über die Rolle der Forscher, die nach dem Zweiten Weltkrieg Impfstoffversuche an Kindern in Waisenhäusern durchführten.
Die Geschichte der sogenannten vergessenen Australier („Forgotten Australians“) war 2004 durch eine parlamentarische Untersuchungskommission ans Licht der Öffentlichkeit gekommen. In deren Bericht heißt es, rund 500.000 Betroffene seien zwischen 1930 und 1970 in staatlichen und kirchlichen Kinder- und Waisenheimen aufgewachsen, wo sie oftmals misshandelt worden seien.
Am Montag hatte sich Australiens Ministerpräsident Kevin Rudd in einer emotionalen Rede bei den „vergessenen Australiern“ entschuldigt. Auch die katholischen Bischöfe des Landes baten zum wiederholten Male um Vergebung für das den Opfern zugefügte Unrecht.
Die Kirche werde ihre Bemühungen um eine Verbesserung der Fürsorge für ehemalige Bewohner kirchlicher Erziehungseinrichtungen fortsetzen.
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