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Politik

Jeder Zweite wird pflegebedürftig

Mittwoch, 18. November 2009

Berlin – Jeder Zweite muss damit rechnen, im Laufe seines Lebens pflegebedürftig zu werden. Das geht aus einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten aktuellen Pflegereport der Gmünder Ersatzkasse (GEK) hervor. Von den Männern, die 2008 starben, benötigten 42 Prozent regelmäßig Hilfe von anderen, bei den Frauen waren es sogar 60 Prozent.

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Allerdings altern die Deutschen gesünder: Das Risiko, im Alter pflegebedürftig zu werden, sank zwischen 2000 und 2008 bei Männern jährlich leicht um ein Prozent und bei Frauen um 3,6 Prozent. Dass dennoch die Zahl der Pflegebedürftigen auf zuletzt 2,4 Millionen gestiegen ist, liegt den Angaben zufolge daran, dass die Zahl alter Menschen insgesamt deutlich zugenommen hat.

Die statistische Auswertung ergab, dass ein 60-jähriger Mann von durchschnittlich 20,7 Jahren verbleibender Lebenserwartung 1,2 Jahre in Pflegebedürftigkeit verbringt. Eine 60-jährige Frau ist während ihrer restlichen Lebenserwartung von 24,6 Jahren im Durchschnitt rund zweieinhalb Jahre auf Pflege angewiesen.  

Die Heimentgelte liegen laut der Untersuchung eines Wissenschaftlerteams um Heinz Rothgang von der Uni Bremen im Westen höher als im Osten – obwohl die Leistungen aus der Pflegeversicherung bundesweit einheitlich sind. Auch die ambulanten Entgelte variieren erheblich: So liegt etwa die Preisspanne für das „Zubereiten einer warmen Mahlzeit“ zwischen 7,39 Euro in Nordrhein-Westfalen und 20,90 Euro in Baden-Württemberg. Die „große Morgentoilette“ kostet in Thüringen 15,75 Euro, in Hessen 32,16 Euro.  

Bei der fachärztlichen Versorgung stellten die Autoren der Studie auffällige Unterschiede zwischen Städten und ländlichen Gegenden fest. „Im ländlichen Raum sind die Verordnungsraten von Psycholeptika und Antidepressiva signifikant höher als in fachärztlich gut ausgestatteten städtischen Räumen“, erläuterte Rothgang. „Wir sehen darin ein Indiz für die Überforderung von Hausärzten beziehungsweise eine fachärztliche Unterversorgung in ländlichen Gebieten.“

Dem Statistischen Bundesamt zufolge wird der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung in den kommenden beiden Jahrzehnten deutlich steigen. Heute sind 20 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter.

„Im Jahr 2060 wird dann jeder Dritte mindestens 65 Lebensjahre durchlebt haben – jeder Siebte wird sogar 80 Jahre oder älter sein“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes , Roderich Egeler in Wiesbaden. © afp/aerzteblatt.de

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Bretscher
am Samstag, 21. November 2009, 16:46

Der Wahn

von einer keimarmen, keimfreien und zuletzt gar sterilen Welt bricht sich unmerklich Bahn auch in anderen Bereichen. Inakzeptabel, wie es Bracharz schon meinte.
Bracharz
am Freitag, 20. November 2009, 21:22

Jeder Zweite wird pflegebedürftig

Das Bild zum Text ist schrecklich - ein alter Mensch bekommt Essen und Trinken gereicht - die Pflegekraft trägt dabei Plastikhandschuhe. Wie soll ein Heimbewohner, dem außer Essen und Trinken oft keine weiteren Freuden / Abwechslungen / Tagesstrukturen geblieben sind, mit Genuss und Appetit essen, wenn er so abgefüttert wird?
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