Blasenkrebsrisiko durch Zigaretten ist gestiegen
Mittwoch, 18. November 2009
Bethesda – Rauchen ist ein etablierter Risikofaktor für Blasenkrebs. Die Gefahr könnte sogar noch zugenommen haben, seit vermehrt Zigaretten mit niedrigem Nikotingehalt auf dem Markt sind, wie eine Publikation im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2009; doi: 10.1093/jnci/djp361) vermuten lässt.
Das paradoxe Ergebnis ist in einer Fall-Kontrollstudie aufgefallen, die Dalsu Baris vom US-National Cancer Institute in Bethesda an 1.170 Patienten durchführte, die zwischen 2001 und 2004 an Blasenkrebs erkrankt waren. Der Vergleich mit 1.413 Kontrollen ergab die erwartete Assoziation mit den Rauchgewohnheiten: Aktive Raucher hatten ein 5,2-fach erhöhtes Risiko.
Merkwürdigerweise war die Odds Ratio höher als in zwei früheren Fall-Kontrollstudien. Im Zeitraum zwischen 1994 und 1998 hatte aktives Rauchen das Blasenkrebsrisiko nur um den Faktor 2,9 erhöht. Für den Zeitraum 1998 und 2001 wurde bereits ein um den Faktor 4,2 erhöhtes Risiko gefunden. Ähnliche Trends gab es für Ex-Raucher.
Die Ursachen sind nicht ganz klar. Baris und der Editorialist Anthony Alberg von der Universität in Charleston/South Carolina vermuten aber, dass die krebserregende Wirkung von Zigaretten zugenommen hat (JNCI 2009; doi: 10.1093/jnci/djp385. Möglicherweise würden die Raucher auf eine niedrigen Nikotingehalt mit einer stärkeren Inhalation reagieren, womit die Menge der Schadstoffe ansteigen würde.
© rme/aerzteblatt.de
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