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Ausland

Getrennte siamesische Zwillinge mit guter Prognose

Donnerstag, 19. November 2009

Melbourne – Nach der gelungenen Operation zur Trennung siamesischer Zwillinge in Australien haben die beiden Mädchen offenbar gute Überlebenschancen. „Nach Ansicht der Röntgenbilder denke ich, dass es ihnen langfristig gut gehen wird“, sagte am Donnerstag die Ärztin an der Kinderklinik in Melbourne, Wirginia Maixner. Nach Trishna sollte im Laufe des Tages auch die etwas schwächere Krishna aus dem künstlichen Koma geholt werden.  

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Trishna erwachte am frühen Morgen als erste der beiden fast drei Jahre alten Mädchen. Sie kuschelte sich an ihren Vormund Moira Kelly, die an ihrem Bett gewacht hatte. Krishna werde vermutlich mehr Probleme haben, sich von der Operation zu erholen, sagte die Neurochirurgin Maixner dem Sender ABC. „Wir werden sie später aufwecken, und das könnte länger dauern“, fügte sie hinzu.

Aber Trishna entwickele sich prächtig. Möglicherweise könne sie sogar schon bald die Intensivstation verlassen: „Sie redet, sie ist ganz einfach Trishna und benimmt sich wie immer.“  

Maixner sagte, die „fantastischen Röntgenbilder“ von den Gehirnen der Mädchen hätten sie dazu animiert, einen "kleinen Ententanz" aufzuführen. In diesem Moment sei ihr klar geworden: „Wow, wir haben es geschafft“.

Jetzt komme allerdings eine schwierige Zeit auf die Mädchen zu, weil sie ihre bisherige Lebensweise komplett umstellen müssten. Bislang hätten sie wie normale Kleinkinder miteinander geschwatzt und sich gekabbelt und zugleich eine einzigartige Technik entwickelt, auf dem Rücken zu krabbeln und sich auf diese Art gemeinsam fortzubewegen.  

Trishna habe nach dem Erwachen aus dem Koma instinktiv nach ihrer Schwester gesucht, berichtete die Ärztin. Moira Kelly von der Hilfsorganisation Children First Foundation, die sich als Vormund um die Kinder kümmert, habe Trishna daraufhin den Rücken getätschelt, sie beruhigt und ihr erklärt, dass Krishna noch schlafe. Kelly selbst sprach von einem „Wunder“. Unter Tränen sagte sie: „Ich kann es gar nicht fassen, es ist wie in einem Traum.“

Die am Kopf zusammengewachsenen Zwillinge waren am Dienstag in einer 32-stündigen Operation getrennt worden. Die beiden Mädchen waren kurz nach ihrer Geburt im Dezember 2006 in Bangladesch von ihren schockierten Eltern in das Mutter-Theresa-Waisenhaus gebracht worden. Im November 2007 kamen sie von Dhaka aus nach Australien. In Melbourne wurden sie aufgepäppelt und durch mehrere Operationen auf den großen Eingriff vorbereitet.

Die Trennung der Zwillinge galt als ausgesprochen riskant. Zunächst hatte es geheißen, es gebe nur eine Chance von eins zu vier, dass die Operation vollständig gelingen und beide Mädchen überleben würden. An dem Eingriff waren 16 Spezialisten beteiligt, die sich monatelang vorbereitet hatten. Dabei legten die Beteiligten immer wieder kurze Schlafpausen ein, und die Ärzte hielten sich mit lauter Popmusik wach. © afp/aerzteblatt.de

aerzteblatt.de

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