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Hospizstiftung: Antisemitismus von Dignitas-Chef unerträglich

Donnerstag, 19. November 2009

Berlin – Die Deutsche Hospizstiftung (DHS) wirft dem Chef der Schweizer Sterbehilfeorganisation Dignitas, Ludwig Minelli, tiefsten Antisemitismus vor, mit dem er „die zynischen Machenschaften seiner Suizidorganisation rechtfertigen will“. Das sei unerträglich.

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In der britischen Tageszeitung „Guardian“ hatte der Minelli gesagt: „Im Zweiten Weltkrieg haben wir an der Grenze Juden abgewiesen, die später im KZ gestorben sind. Jetzt zwingen wir Menschen, die ihr Leben in der Schweiz beenden möchten, weiterzuleben. Wo ist der Unterschied? Was ist grausamer?“

Der DHS-Vorstand, Eugen Brysch, forderte Bundesaußenminister Guido Westerwelle auf, sich einzuschalten und in der Schweiz diejenigen Kräfte zu stärken, die dem Geschäftemachen mit dem Selbstmord ein Ende machen wollen.

Die Schweizer Regierung hatte Ende Oktober beschlossen, über die Möglichkeit zu beraten, Sterbehilfe-Organisationen zu untersagen. Als zweite Option will der Bundesrat prüfen, die Aktivitäten solcher Organisationen stärker zu reglementieren.

Brysch erinnerte daran, dass es Gesundheits- und Rechtspolitiker der FDP waren, die Minelli 2005 ein Forum im Deutschen Bundestag geboten haben. „Westerwelle muss jetzt sowohl in seiner Partei als auch als Außenminister entschlossen gegen den so gefährlichen wie menschenverachtenden Einheizer Minelli Position beziehen.“ Brysch erklärte weiter: „Die Sogwirkung einer solchen Regelung, wie sie in der Schweiz im Augenblick existiert, ist fatal.“

Gleichzeitig begrüßte er das Vorhaben der schwarz-gelben Koalition, ein Suizidvermittlungsverbot zu erlassen. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) müsse jetzt durch eine klare strafrechtliche Regelung das Geschäftemachen mit der Suizidvermittlung beenden. © hil/aerzteblatt.de

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