New York – Nur wenige Tage nachdem eine US-Behörde eine deutliche Einschränkung der Mammografie gefordert hat, veröffentlicht das American College of Obstetricians and Gynecologists eine Leitlinie, die Einschränkungen beim Pap-Screening zur Früherkennung des Zervixkarzinoms vorsieht.
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In den USA wurde das Pap-Screening häufig bereits im Teenageralter begonnen (in Deutschland drei Jahre nach Aufnahme vaginalen Geschlechtsverkehrs). Tatsächlich kann es in diesem Alter bereits zu einem Zervixkarzinom kommen. Dies ist allerdings extrem selten der Fall.
Die US-Experten schätzen die Häufigkeit auf ein bis zwei Zervixkarzinome auf eine Million Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren. Da das Screening immer wieder unklare Befunde liefert, die dann belastende Nachuntersuchungen (oder gar Fehldiagnosen) zur Folge haben, rät das American College of Obstetricians and Gynecologists jetzt, das Screening nicht vor dem 21. Lebensjahr zu beginnen (in Deutschland alle Frauen nach dem 20. Lebensjahr).
Im Alter bis 29 Jahre sollte die Untersuchung alle 2 Jahre (in Deutschland jährlich) wiederholt werden. Frauen ab 30 Jahren können auf ein 3-Jahres-Intervall wechseln, sofern drei aufeinander folgende frühere Zytologien negativ waren und vorher niemals eine CIN2- oder CIN 3-Läsion gefunden wurde.
Weitere Bedingungen sind, dass die Frauen nicht HIV-infiziert oder aus anderen Gründen immunsupprimiert sind und in-utero nicht mit Diethylstilbestrol exponiert waren. Nach einer Hysterektomie wird ein Pap-Screening in der Regel für überflüssig betrachtet (außer bei bekannten CIN-Läsionen).
Die nahezu zeitgleiche Publikation mit den neuen Leitlinien des US Preventive Services Task Force zur Mammografie ist zufällig, dürfte aber die Publizität verstärken. Das American College of Obstetricians and Gynecologists gehört übrigens zu den Fachgesellschaften, die sich gegen ein Anheben des Mindestalters zur Mammografie ausspricht.
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