Medizin

H1N1: Asthma wichtigster Risikofaktor bei Kindern

Freitag, 20. November 2009

Toronto – Eine vorbestehende Asthma-Erkrankung ist bei der Neuen Influenza A/H1N1 ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf, wie Erfahrungen einer Kinderklinik in Toronto im Canadian Medical Association Journal (CMAJ 2009. DOI:10.1503/cmaj.091724) zeigen.

Am Hospital for Sick Children in Toronto wurde bereits am 8. Mai das erste Kind mit einer der sogenannten Schweinegrippe eingeliefert. Bis Mitte Juli wurden 58 Kinder behandelt. Fast alle hatten Vorerkrankungen (46 Kinder) oder waren jünger als 2 Jahre (5 Kinder), letzteres ein bekannter Risikofaktor für einen schweren Verlauf.

Der einzige wesentliche Unterschied zur saisonalen Grippe, den Upton Allen durch den Vergleich mit 200 Grippeerkrankungen aus früheren Jahren fand, war eine Asthmaerkrankung: 22 Prozent der Kinder mit den Neuen Influenza gegenüber 6 Prozent der Kinder mit saisonaler Grippe waren asthmakrank.

Und fast die Hälfte der asthmakranken Kinder mit Neuer Influenza mussten auf der Intensivstation behandelt werden, berichtet Allen. Er rät, asthmakranke Kinder bevorzugt impfen zu lassen und bei einer Expositon eine präemptive antivirale Therapie zu erwägen.

Ein weiterer interessanter Befund war, dass die Kinder mit Neuer Influenza im Durchschnitt fast doppelt so alt waren (6,6 vs. 3,3 Jahre) waren wie Kinder, die wegen einer saisonalen Grippe hospitalisiert wurden.

Die meisten Kinder (49 oder 84 Prozent) wurden mit Fieber und Husten aufgenommen, das von anderen Symptomen begleitet sein konnte. 21 Kinder (37 Prozent) hatten gastrointestinale Symptome wie Erbrechen und/oder Diarrhö. Die Kinder wurden median 4 Tage im Krankenhaus behandelt.

 

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  © rme/aerzteblatt.de

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