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| Birgitt Bender /dpa |
Ulrike Flach (FDP) verteidigte den geplanten Ausstieg aus der solidarischen Finanzierung. „Wir sind der Meinung, Gerechtigkeit erfolgt heute schon größten Teils über das Steuersystem. Wer mehr verdient, zahlt auch mehr.“ Rolf Koschorrek (CDU) betonte, dass es auch sozialpolitisch keinen Sinn mache, an dem bestehenden System festzuhalten. „Es ist besser den Solidarausgleich ins Steuersystem zu überführen.“
Darüber hinaus warf Bender der Koalition Klientelpolitik bei den geplanten Strukturen im Gesundheitssystem vor. Diese würden zu einem Reformstillstand bei der integrierten Versorgung führen.
Beispielsweise sehe der Koalitionsvertrag vor, dass Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zukünftig mehrheitlich im Besitz von Ärzten sein müssen. MVZ mit einer ausgeprägten kooperativen Versorgung würden jedoch mehrheitlich von Krankenhäusern geführt. „Der Preis für solche Klientelpflege ist, dass sich die Versorgungsstrukturen nicht verbessern werden und das zulasten der Versicherten“, erklärte Bender.
Es könne nicht sein, dass die niedergelassenen Ärzte durch MVZ kaputt gemacht würden, betonte Koschorrek. Gerade in den Ballungsgebieten seien sie ein Zusatzangebot, das die Ärzte vor Ort gefährde. Er stellte aber auch klar: Der Koalitionsvertrag ist kein Gesetzesentwurf. Vor einer Neuregelung würde man sich die Situation der MVZ auch im Dialog mit den Betreibern genau ansehen.
Flach kündigte an, dass bis spätestens Januar die Kommission zur Neuordnung des Gesundheitswesens eingesetzt werde. Sie soll bis Ende 2010 ein Konzept zum Umbau des Gesundheitssystems vorlegen.
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