Schlafstörungen eine häufige Folge der Chemotherapie
Dienstag, 24. November 2009
Rochester – Drei von vier Krebspatienten leiden während einer Chemotherapie unter Schlafstörungen, viele sogar unter einem Insomnie-Syndrom, wie einer Studie im Journal of Clinical Oncology (2009; doi: 10.1200/JCO.2009.22.5011) zu entnehmen ist.
Schlafstörungen sind in der heutigen Gesellschaft weit verbreitet. Etwa ein Drittel der Erwachsenen klagt darüber, hin und wieder nicht einschlafen zu können, nachts länger als eine halbe Stunde wach zu liegen oder morgens früher als geplant aufzuwachen.
Ist das über einen Monat gesehen häufiger als drei Mal die Woche der Fall, liegt ein Insomnie-Syndrom vor. In einer US-Studie die bereits 1997 bis 1999 durchgeführt wurde – sie untersuchte die Wirkung des Antidepressivums Paroxetin auf die Fatigue –, hatten 43 Prozent der Teilnehmer (58 Jahre, überwiegend Frauen) ein Insomnie-Syndrom, berichtet Oxana Palesh vom James Wilmot Cancer Center in Rochester im US-Staat New York. Weitere 36,6 Prozent litten gelegentlich unter Schlafstörungen. Die Gesamtprävalenz war damit dreimal höher als in der Bevölkerung.
Alle Teilnehme der Studie hatten wenigstens vier Zyklen einer Chemotherapie erhalten. Die Insomnie trat jedoch bereits beim ersten Zyklus auf. Am häufigsten war das Insomnie-Syndrom bei Lungenkrebspatienten (50,8 Prozent).
Jüngere Patienten (Alter unter 58 Jahre) waren häufiger betroffen als ältere (85,6 vs. 75,5 Prozent). Die über Schlaflosigkeit klagenden Patienten hatten häufiger Depressionen (32,3 Prozent vs. 10,4 Prozent bei Patienten ohne Schlafstörungen) oder eine Fatigue (45,5 vs. 30,8 Prozent).
Es sei möglich, dass die Prävalenz heute geringer ist, da anderer Zytostatika zum Einsatz kommen, schreiben die Autoren. Die Patienten sollten jedoch in jedem Fall nach den Symptomen befragt werden.
Eine Therapie sei wichtig, da viele Patienten auf die Schlaflosigkeit mit einer Änderung des Schlafverhaltens reagieren, das über das Ende der Chemotherapie hinaus beibehalten wird und zur Chronifizierung der Schafstörungen beitragen könnte.
© rme/aerzteblatt.de
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