Meta-Analyse: Salziges Essen erhöht Schlaganfallrisiko
Mittwoch, 25. November 2009
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Coventry – Dass ein hoher Salzkonsum den Blutdruck erhöhen kann, gilt mittlerweile als erwiesen. Eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339: b4567) zeigt jetzt erstmals, dass auch das Risiko von Schlaganfällen und anderen kardiovaskulären Ereignissen ansteigt.
Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den täglichen Salzkonsum auf 5 Gramm am Tag zu beschränken, liegt der Verbrauch in den westlichen Industrieländern bei fast 10 Gramm. In Osteuropa und Asien sind es sogar 12 Gramm oder mehr.
Epidemiologische Studien haben eine Assoziation mit einem erhöhten Blutdruck gezeigt. Einer Meta-Analyse randomisierter Studien zufolge senkt eine Kochsalzrestriktion um 6 Gramm am Tag den Blutdruck bei Hypertonikern um 7/4 mm Hg (Journal of Human Hypertension 2002; 16: 761-770).
Hieraus wurde bereits früher eine Reduktion des Schlaganfalls um 24 Prozent und der koronaren Herzkrankheit um 18 Prozent abgeleitet, die jetzt in der Meta-Analyse von Pasquale Strazzullo von der Universität Warwick in Coventry (bei Birmingham) und Mitarbeitern erstmals belegt wurde.
Die Forscher haben die Daten von 13 prospektiven Studien aus Großbritannien, Japan, den USA, den Niederlanden, Finnland und China mit mehr als 170.000 Teilnehmern ausgewertet, die über 3,5 bis 19 Jahre beobachtet wurden. Danach steigern zusätzliche 5 Gramm Salz pro Tag das Schlaganfallrisiko um 23 Prozent (gepooltes relatives Risiko 1,23; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,06-1,43).
Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde ein Anstieg um 17 Prozent ermittelt (gepooltes relatives Risiko 1,17; 1,02-1,34). Das Signifikanzniveau wurde hier allerdings erst nach dem Ausschluss einer Studie erreicht, die in einer Sensitivitätsanalyse aus dem Rahmen fiel.
Die Autoren rechnen vor, dass der Verzicht auf einen Teelöffel Salz am Tag (was der Menge von 5 Gramm entspricht) weltweit jedes Jahr 1,25 Millionen tödliche Schlaganfälle und 3 Millionen tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern könnte. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass sich die Ernährungsgewohnheiten deswegen ändern.
Das meiste Salz in der Nahrung des Westeuropäers stammt nicht aus dem Salzstreuer. Es ist im Brot und in zahlreichen Fertiggerichten oder im Kantinenessen enthalten. Eine Reduktion wäre wohl nur durch gesetzliche Bestimmungen zu erreichen.
© rme/aerzteblatt.de
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