Düsseldorf – Zur besseren Integration von HIV-Infizierten fordert die Deutsche Aids-Stiftung Modelle einer „Arbeit auf Probe“ für die Betroffenen. Es gebe in der Bundesrepublik rund 10.000 HIV-Infizierte, die aufgrund besserer Medikamente wieder arbeiten könnten und wollten, teilte die Stiftung am Donnerstag in Düsseldorf mit.
Da diese Menschen aber in den 80er- und 90er-Jahren wegen ihrer Infizierung als erwerbsunfähig eingestuft wurden, fürchteten sie jetzt die Rückkehr in den Beruf und den Verlust ihrer Rentenansprüche. Deshalb seien Erwerbsmodelle auf Probe für diese HIV-Infizierten nötig. So könnten sie herausfinden, ob sie den Job gesundheitlich bewältigen. Insgesamt seien heute rund 50 Prozent der HIV-Infizierten in Deutschland erwerbstätig.
Leider gebe es zu wenig Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramme für HIV-Infizierte und Aids-Kranke, teilte die Stiftung weiter mit. Die Zahl der Menschen mit HIV und Aids ist in Deutschland mit rund 67.000 so hoch wie noch nie.
Grund sei eine verbesserte Therapierbarkeit der Infektion, die Betroffenen ein längeres Überleben ermögliche, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung, Christoph Uleer. Die Zahl der Neuninfizierten habe sich 2009 mit rund 3.000 Menschen „auf niedrigem Niveau“ stabilisiert, so Uleer anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember.
Unterdessen kritisierte die Hilfsorganisation „action medeor“, dass weltweit fast 60 Prozent der Aids-Kranken nicht behandelt würden, weil die Medikamente nicht verfügbar oder zu teuer seien. „Ein Hauptproblem ist, dass Aidsmedikamente der neuen Generation für die armen Menschen in den Entwicklungsländern viel zu teuer sind und Pharmaunternehmen auf Patentschutz pochen“, erklärte die Organisation in Tönisvorst.
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