7.851 News Medizin

Medizin

Ginkgo biloba könnte arterieller Verschlusskrankheit vorbeugen

Donnerstag, 26. November 2009

Pittsburgh – Die Einnahme von Ginkgo-biloba-Extrakten schützte ältere Menschen in einer randomisierten klinischen Studie nicht vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Publikation in Cardiovascular Quality and Outcomes (2009; doi: 10.1161/CIRCOUTCOMES.109.871640) schließt aber eine protektive Wirkung gegen die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) nicht aus.

Anzeige

Die Hauptergebnisse der Ginkgo Evaluation of Memory Study waren bereits im letzten Jahr im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 20008; 300: 2253-2262) veröffentlicht worden. Die Hoffnungen des deutschen Herstellers des Extraktes erfüllten sich damals nicht.

Unter den 1.545 Teilnehmer, die zweimal täglich das Extrakt EGb 761 eingenommen hatten, kam es nach 6,1 jährigen Studiendauer nicht seltener zu Alzheimer-Demenzen als unter den 1.524 Teilnehmern, die Placebos erhalten hatten. Auch in einer Untergruppe von Patienten mit der möglichen Alzheimervorstufe MCI (mild cognitive impairment) gab es keine protektive Wirkung.

Zu den sekundären Endpunkten der Studie zählten die Auswirkungen auf kardiovaskuläre Ereignisse, die bei den im Durchschnitt 79 Jahren alten Teilnehmern häufig waren: Während der Studie starben 385 Teilnehmer, 164 mussten wegen Herzinfarkten hospitalisiert werden, 151 erlitten einen Schlaganfall, 73 eine transitorische ischämische Attacke, bei 207 kam es zur Angina pectoris.
 

Doch keines der Ereignisse trat unter den Teilnehmern, die regelmäßig Ginko-Extrakte einnahmen, seltener auf – mit einer Ausnahme: Unter der Therapie kam es nur bei 12 Patienten (0,8 Prozent) zu einer pAVK. Viele Patienten mussten sich einer Operation unterziehen oder es kam zur Amputation. Im Placebo-Arm wurden 23 Patienten (1,5 Prozent) wegen einer pAVK behandelt, also fast doppelt so viele.

Der Unterschied war signifikant. Angesichts der geringen Fallzahl könne aber keine Empfehlung aus der Studie abgeleitet werden, schreibt der Erstautor Lewis Kuller, ein Epidemiologe der Universität Pittsburgh. Da es derzeit aber wenige Optionen zur Prävention der Verschlusskrankheit gebe, sollte die mögliche präventive Wirkung in weiteren Studien untersucht werden.

© rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.851 News Medizin

Nachrichten zum Thema

06.02.13
pAVK: ACE-Hemmer lindert Claudicatio intermittens
Melbourne – Der ACE-Hemmer Ramipril, vor zwei Jahrzehnten als Antihypertonikum eingeführt, ist offenbar auch bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit wirksam (pAVK). In einer randomisierten...
01.02.13
Körperliche Aktivität ist oft wirksamer als Medikamente
Berlin – Bewegung hat nicht nur präventive Effekte auf die Morbidität und Mortalität. Bei vielen Erkrankungen ist der positive Effekt auch größer als der von Medikamenten und bei der peripheren...
30.01.12
Hypertonie: Blutdruckdifferenz an beiden Armen steigert Sterblichkeit
Exeter – Blutdruckdifferenzen zwischen beiden Armen sind ein wichtiger Hinweis auf das Vorliegen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Eine Differenz von 15 mm Hg war in einer...
20.06.11
Louisville – In den USA haben im Rahmen einer klinischen Studie die ersten drei Patienten mit periphere arterieller (pAVK) Gefäßprothesen erhalten, die mit Stammzellen aus dem Fettgewebe beschichtet...
09.02.11
Chicago – Kleine Wadenmuskeln sind ein Nachteil für Frauen mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK). Die weiblichen Wadenmuskeln führen früher zu Problemen beim Laufen und beim...
15.02.10
Berlin – Eine Informationskampagne zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit namens mit dem Titel „Verschlusssache PAVK“ hat die Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA) gestartet. „Die fristet...
10.11.09
Bochum – Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) geht auch dann mit einem erhöhten Sterberisiko einher, wenn die Patienten (noch) keine Beschwerden haben. Die Ergebnisse einer...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in