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| Philipp Rösler /dpa |
Seehofer hatte kritisiert, die Einführung einer Versichertenpauschale mit einem Sozialausgleich sei nicht finanzierbar. Auch der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder kritisierte die geplante Gesundheitsprämie scharf. „Mit der Kopfpauschale in reinster Form werden die Grundfesten des Sozialstaats erschüttert“, sagte Söder dem Magazin „Focus“. Er frage sich zudem, woher die dafür nötigen 20 bis 40 Milliarden Euro an Steuerzuschüssen kommen sollen. Eine Gesundheitspolitik der Zukunft müsse der föderalen Struktur Rechnung tragen.
Weitere Steuermittel, um die Defizite der Krankenkassen zu finanzieren, lehnte Rösler ab. Die Regierung hatte den Kassen für 2010 bereits 3,9 Milliarden Euro zugesagt, der Schätzerkreis rechnet mit Defiziten von insgesamt 7,5 Milliarden Euro. Rösler forderte die Kassen auf, notfalls ihre angesparten Rücklagen anzugreifen. Zudem sei es auch jetzt schon möglich, Zusatzbeiträge zu erheben.
Zu der verabredeten Überprüfung der umstrittenen Praxisgebühr sagte Rösler in der Zeitung „Die Welt“ vom Samstag: „Ich bezweifle, dass die Praxisgebühr die gewünschte Lenkungswirkung hat.“ Die FDP habe diese Form der Eigenbeteiligung immer abgelehnt. Rösler kündigte an, die Gebühr solle durch ein unbürokratischeres Erhebungsverfahren ersetzt werden.
Das Gesundheitsministerium widersprach am Samstag einem Bericht der „Wirtschaftswoche“, wonach Rösler den Wechsel gesetzlich Versicherter zu privaten Krankenkassen bereits zum Jahresbeginn 2010 erleichtern wolle. Dies sei „rechtstechnisch nicht zu schaffen“, erklärte eine Sprecherin. Auch ein rückwirkendes In-Kraft-treten sei nicht möglich. Geplant ist, dass bereits ein einmaliges Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze genügen soll, um die gesetzliche Kasse verlassen zu können.
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