Boston – Zur Initialtherapie der HIV-Erkrankung gehören heute zwei Nukleosidische-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI). Die beiden derzeit bevorzugten NRTI-Kombinationen zeigten in einer randomisierten Vergleichsstudie im New England Journal of Medicine (2009; doi: 10.1056/NEJMoa0906768) bei Patienten mit hoher Viruslast so große Unterschiede, dass ein Studienarm vorzeitig abgebrochen wurde.
Die AIDS Clinical Trials Group, eine Initiative des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) untersucht in der Studie A5202 verschiedene antiretrovirale Strategien mit Wirkstoffen, die alle einmal täglich eingenommen werden können.
Zur Behandlung gehörte bei allen Patienten die Gabe von Efavirenz (ein nicht-nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor, NNRTI) oder eine Kombination aus Ritonavir plus Atazanavir („geboosteter“ Proteaseinhibitor).
Bezüglich der Wahl dieser beiden Mittel gibt es keine Bedenken. Das Rückgrat der HIV-Therapie bilden jedoch die beiden NRTI. Hier gibt es derzeit zwei bevorzugte Kombinationen: Tenofovir DF plus Emtricitabin oder Abacavir plus Lamivudin.
Bei einer Zwischenauswertung stellte die Gruppe um Paul Sax vom Brigham and Women's Hospital in Boston fest, dass es zwischen den beiden Kombinationen Unterschiede in der Wirkung gibt, und zwar bei Patienten, die zu Beginn der Therapie eine hohe Viruslast hatten (100.000 Kopien pro Milliliter oder mehr).
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Die Ursache für die schlechteren Ergebnisse unter Abacavir plus Lamivudin sind unklar. Infrage kommen Unterschiede in der Wirkstärke, in der Pharmakokinetik oder auch in der Entwicklung von Resistenzen.
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