Medizin

Warum Frauen länger leben

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Tokio – Männer sterben nicht deshalb früher, weil sie härter arbeiten, unnötige Risiken eingehen und sich ungesund ernähren. Nein, sie tragen die Saat zur Selbstzerstörung bereits in ihren Genen, denen japanische Forscher in Human Reproduction (2009: doi: 10/1093/humrep/dep400) mit einem ungewöhnlichen Experiment auf die Spur kamen.

Manabu Kawahara, Universität Saga, und Tomohiro Kono von der Universität Tokio haben an Mäusen durchgeführt, was sich an Menschen aus ethischen Gründen verbietet. Sie befruchteten eine Eizelle mit einer anderen.

Die Tiere, die von Leihmüttern ausgetragen wurden, hatten zwei Mütter, aber keinen Vater. Dennoch waren sie nicht nur kerngesund, sie lebten auch beträchtlich länger. Der Unterschied zu einer Gruppe von Kontrolltieren betrug im Durchschnitt 186 Tage. Das ist in etwa ein Drittel der gesamten Lebensspanne einer Maus.

Die „bi-maternalen“ Mäuse waren kleiner als normale Mäuse, und sie hatten eine höhere Zahl von eosinophilen Granulozyten im Blut, was auf ein stärkeres Immunsystem hindeutet. Das wurde allerdings nicht besonders herausgefordert, da die Tiere ihr gesamtes Leben in der keimarmen Umgebung eines Laborkäfigs verbrachten.

Ob sie auch in der „freien Wildbahn“ Vorteile hätten, ist nicht belegt. Kawahara und Kono sind jedoch davon überzeugt, dass die unterschiedlichen „reproduktiven Strategien“ die Differenzen in der Lebenserwartung erklären.

Danach sind männliche Tiere größer, weil dies ihre Chancen auf Nachkommen erhöht. Weibliche Tiere leben weniger verschwenderisch. Sie konzentrieren sich darauf, genügend Energie für die Nachkommen bereitzustellen.

Ein Gen, das den Unterschied in der Größe und der Lebenserwartung erklären könnte, vermuten die Forscher auf dem Chromosom 9 der Tiere: RASGRF1 fördere das postnatale Wachstum, schreiben sie. Es soll zu den Genen gehören, deren Aktivität durch vom Vater geerbte epigenetische Faktoren gesteigert wird. © rme/aerzteblatt.de

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