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Ständige Impfkommission weitet Impfempfehlung aus

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Berlin – Nicht nur Medizinpersonal und chronisch Kranke, sondern auch gesunde Kinder und Erwachsene sollen sich nun gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Das empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO) am Donnerstag in Berlin.

Das Expertengremium erweiterte damit nochmals seine Impfempfehlungen von Anfang Oktober. Die Impfkommission begründete die Entscheidung mit der weiter andauernden Schweinegrippe-Welle. Es sei davon auszugehen, „dass nach Erreichen des Scheitelpunkts einer Welle in der Regel mindestens noch einmal so viele Fälle auftreten“ wie davor, hieß es. Deshalb sei die Impfung nach wie vor wichtig.  

Anfang Oktober war die Impfung zunächst für Medizinpersonal, chronisch Kranke und Schwangere empfohlen worden. Nun sollen stufenweise auch alle anderen Gruppen geimpft werden, zunächst Menschen, die Kontakt zu ungeimpften Risikopersonen haben. Dazu zählen Eltern von Kindern unter sechs Monaten, die nicht geimpft werden können, oder Menschen mit Kontakt zu ungeimpften chronisch Kranken.

Ferner wird die Impfung auch für Kinder und junge Erwachsene ab sechs Monaten bis 24 Jahre ohne Grundkrankheit, für die Gruppe der 25- bis 59-Jährigen und abschließend für über 60-Jährige empfohlen. Bei allen reicht demnach eine einmalige Impfung aus.

In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Impfstoffe, die von den Herstellern wochenweise in die Bundesländer geliefert werden, sollen laut Stiko aber auch weiterhin vorrangig Medizinpersonal, chronisch Kranke und Schwangere geimpft werden. Bei rund drei Viertel der in Deutschland registrierten Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippe lag demnach eine Grundkrankheit vor.

Aktuelle Daten bestätigen laut STIKO aber auch ein erhöhtes Risiko von jungen Kindern und von Jugendlichen, sowohl an der Schweinegrippe zu erkranken als auch schwere Krankheitsverläufe zu entwickeln. Bis Ende vergangener Woche starben in Deutschland 61 Menschen an der Schweinegrippe.

In Rheinland-Pfalz wurde das Schweinegrippe-Virus H1N1 unterdessen erstmals bei einem Hausschwein nachgewiesen. Dies ist offenbar der erste Fall in Deutschland. Vermutlich sei das Schwein von einem erkrankten Menschen angesteckt worden, teilte das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz in Mainz mit. Es bestehe aber „kein Grund zur Aufregung“. Um die Weiterverbreitung des Virus in andere Betriebe zu verhindern, wurde der betroffene Betrieb vorübergehend gesperrt. Es bestehe keinerlei Gefahr beim Verzehr von Schweinefleisch, betonte das Ministerium.

Zuvor waren auch schon in einigen anderen Ländern der Welt Infektionen von Schweinen und Truthähnen durch infizierte Menschen nachgewiesen worden. © afp/aerzteblatt.de

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