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Lungenkrebs: Volumenzunahme verdächtiger Knoten zeigt Malignität an

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Rotterdam – Ein Hemmnis für das Lungenkrebsscreening mit leistungsstarken Computertomografen (CT) ist der häufige Befund nicht verkalkter Knoten, hinter denen sich nur selten ein Karzinom verbirgt. Nach einer Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2009; 361: 2221-2229) könnte die Wachstumsgeschwindigkeit der Knoten das weitere Vorgehen bestimmen.

Die „NEderlands Leuvens Longkanker Screenings Onderzoek“ (NELSON) gehört zu den laufenden Studien, welche die Möglichkeiten der Spiral-CT zur Früherkennung von Lungenkrebs ausloten. Mehr als 7.500 starke Raucher (oder Exraucher) wurden dreimal mit einem leistungsstarken 16-Schicht-CT untersucht.

Gleich bei der ersten Untersuchung wurden bei jedem zweiten Teilnehmer ein oder mehrere nicht kalzifizierte Knoten in der Lunge entdeckt. Nur bei 119 Teilnehmern waren die Knoten größer als 500 mm3 (9,8 mm Durchmesser). Diese Teilnehmer wurden sofort einer weiteren Diagnostik zugeführt, wie Rob van Klaveren von der Erasmus Universität in Rotterdam und Mitarbeiter berichten.

1451 Teilnehmer hatten Knoten mit einem Volumen zwischen 50 und 500 mm3 (4,6-9,8 mm Durchmesser). Bei dieser Gruppe wurde drei Monate später eine Kontroll-CT durchgeführt. Einer weiteren Diagnostik wurden die Patienten nur bei schnell wachsenden Knoten zugeführt.

Das Kriterium war eine (rechnerische) Verdopplungszeit des Volumens von weniger als 400 Tagen. Es wurde nur von 77 Teilnehmern erfüllt. Mit dieser Strategie konnte der Anteil der Teilnehmer, die einer invasiven Lungenkrebsdiagnostik zugeführt wurden, auf 2,6 Prozent beschränkt werden. Bei etwa jedem zehnten dieser Patienten wurde ein bösartiger Tumor entdeckt.

Gegenstand der Publikation war das Schicksal der anderen 97,4 Prozent, von denen viele einen oder mehrere nicht kalzifizierten Knoten in der Lunge hatten. Trotzdem erkrankten in den folgenden zwei Jahren nur 20 der 7.361 Teilnehmer an Lungenkrebs.

Die Autoren errechnen einen negativen prädiktiven Wert von 99,9 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 99,9-100 Prozent). Die Volumenbestimmung der Lungentumoren erscheint auch den Editorialisten James Mulshine, Chicago, und David Jablons, San Francisco, ein geeignetes Instrument, um die Zahl der invasiven (und beim Lungenkrebs nicht risikolosen) weiterführenden Untersuchungen auf ein vernünftiges Maß zu beschränken (NEJM 2009; 361: 2281-2282).

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Die Studie beweist übrigens nicht, dass das CT-Screening auf Lungenkrebs sinnvoll ist. Dies wird derzeit in mehreren Langzeitstudien untersucht. Es ist durchaus denkbar, dass das Screening überwiegend Tumoren entdeckt, die nicht zum Tode führen. In der NELSON-Studie werden die Teilnehmer ein zweites Mal nach einem Jahr und dann zwei Jahre danach ein drittes Mal gescreent. Trotz dieser engen Intervalle wurden 5 Prozent der Karzinome zwischen den Screeninguntersuchungen entdeckt. Sie hatten sich so schnell entwickelt, dass sie bei der Diagnose bereits ein fortgeschrittenes Stadium III oder IV erreicht hatten. © rme/aerzteblatt.de

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