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EU-Kommission registriert starke Zunahme der Arzneifälschungen

Montag, 7. Dezember 2009

Berlin – Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) unterstützt die EU-Linie für einen stärkeren Schutz der Verbraucher und Patienten vor gefälschten Medikamenten. „Fälscher nehmen den Tod von Menschen billigend in Kauf, um ihren Profit zu optimieren. Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Kampagne, um Verbraucher und Patienten stärker zu sensibilisieren und vor den Gefahren eindringlich zu warnen“, sagte ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf am Montag in Berlin.

Nach Angaben von EU-Kommissar Günther Verheugen entdeckten die Zollbehörden in nur zwei Monaten mehr als 34 Millionen gefälschte Medikamente. „Das hat alle Befürchtungen übertroffen“, sagte Verheugen, der auch Vizepräsident der Kommission ist, der Zeitung „Die Welt“ vom Montag.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) kündigte derweil Maßnahmen für eine bessere Patientensicherheit an. Ein entsprechendes Gesetzespapier sei derzeit unter den Ressortchefs der EU-Länder in der Diskussion.

Die Zahl der gefälschten Arzneimittel in Europa, die beim Patienten landeten, steige immer mehr. Die EU-Kommission sei darüber äußerst besorgt. Es handele sich bei den gefälschten Arzneimitteln vor allem um Antibiotika, Krebs- und Malariamedikamente, cholesterinsenkende Arzneien sowie Schmerzmittel und Viagra.

Problematisch ist nach Ansicht der ABDA die mangelhafte Kontrolle der Internetversender, insbesondere der ausländischen Anbieter, die in immer neuen Varianten mit Billigstangeboten lockten. Der Preiskampf zwischen den Versandanbietern führe zwangsweise zu einem kaum kontrollierbaren Einkaufsverhalten bei Zwischenhändlern.

Wolf kritisierte: „Patienten können kaum zweifelsfrei feststellen, ob sie bei einer sicheren, legalen Versandapotheke oder bei einem illegalen Anbieter landen. Angesichts der dramatischen Entwicklung bei den Fälschungen muss die Politik ein schärferes Controlling durchsetzen.“

Der Industriekommissar erwartet, „dass sich die EU im kommenden Jahr einigen wird, dass der Weg einer Arznei von der Herstellung bis zum Verkauf minutiös zurückverfolgt werden kann. Dazu wird es Sicherheitszeichen auf den Medikamentenpackungen geben, darunter einen Barcode“. © ddp/aerzteblatt.de

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