Bielefeld – Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, sieht noch keinen Grund zur Entwarnung bei der sogenannten Schweinegrippe. Zwar sei der Scheitelpunkt der jetzigen Welle erreicht worden, sagte Hacker am Montag im ARD-„Morgenmagazin“.
In Süddeutschland gehe die Zahl der Infektionsfälle zurück, jedoch im Osten, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern, würden steigende Fallzahlen gemeldet. Zudem könne es im Frühjahr eine weitere Welle der Neuen Grippe geben. Deshalb riet der RKI-Chef erneut zur Impfung. In Deutschland haben sich nach einem Zeitungsbericht erst rund sechs Prozent der Bürger gegen die Schweinegrippe impfen lassen.
Würden überzählige Impfdosen anderen Staaten überlassen, könne dies nur von der Bundesregierung geregelt werden. Werde ein Teil der bestellten Impfdosen ins Ausland geliefert, müssten die Länder zudem aus der Haftung für mögliche Impfschäden entlassen werden, forderte Schubert.
Auch der Verkauf von Pandemrix sei möglich. Derzeit gebe es Überlegungen, die Pandemrix-Produktion des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline aus der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr der Ukraine zu überlassen, sagte Schubert. Es handele sich um zwei Millionen Impfdosen. Auch andere osteuropäische Staaten wie Moldawien hätten bei der Regierung bereits Impfstoff angefragt.
Bis Ende November wurden den Angaben zufolge 9,6 Millionen Impfdosen geliefert. Davon wurden lediglich 4 bis 5,8 Millionen Dosen verbraucht. Bis Ende Dezember sollen 20 Millionen Impfdosen geliefert werden. Erst Ende März soll die komplette Lieferung der 50 Millionen Dosen erfolgt sein.
Die Gesamtkosten für eine Impfung werden mit 28 Euro veranschlagt. Für eine Dosis Impfstoff werden hiervon neun Euro gezahlt. Die Kosten teilen sich Krankenkassen und Länder. Die Kassen rechnen mit einem Anteil von 600 Millionen Euro.
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