Krefeld – Für die Versorgung von Schwerstkranken mit neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen stehen in Nordrhein immer weniger Mittel zur Verfügung. Darauf haben der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) sowie der Berufsverband Deutscher Psychiater und Psychotherapeuten (BVDP) hingewiesen.
Laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) Nordrhein seien die Mittel für dieses Patientenklientel hier innerhalb eines Jahres um 30 Prozent gesunken. „Während im ersten Quartal 2009 für die Behandlung eines schwerkranken neurologischen Patienten noch 53 Euro zur Verfügung standen, werden es im ersten Quartal 2010 nur noch 37 Euro sein“, so BDN-Vorsitzender Uwe Meier.
Dies sei für schwerstkranke Patienten und die behandelnden Ärzte eine Katastrophe. „Anstatt diese Patientengruppe vorrangig zu versorgen, gerät sie immer mehr ins Abseits und bleibt auf der Strecke“, kritisiert Meier.
Nicht viel besser steht es laut Fachverbänden um die psychiatrische Versorgung der Patienten, für die im ersten Quartal 2010 pro Patient ein durchschnittliches Budget von 20 Euro zur Verfügung gestellt wird. „Völlig unzureichend“, findet
Die Verbände weisen darauf hin, dass der Anteil der finanziellen Mittel, die für die Versorgung neurologischer und psychiatrischer Patienten ausgegeben wird, seit 15 Jahren kontinuierlich sinkt. Ursache hierfür seien gravierende Fehler in der Mittelzuweisung für die ambulante Versorgung.
Schließlich erhielten Krankenkassen für neurologische und psychiatrische Patienten hohe Zuschläge aus dem Gesundheitsfonds. „Die den schwerstkranken Patienten zugedachten Mittel kommen bei diesen aber nicht an“, warnt Meier.
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.