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Gen-Stilllegung stoppt Hepatitis C

Montag, 7. Dezember 2009

Hoersholm/San Antonio – Ein neuartiger Therapieansatz, der gezielt Gene sozusagen stilllegt, hat eine chronische Hepatitis C bei Schimpansen ausgeheilt. Die in Science (2009; doi: 10.1126/science.1178178) publizierten Ergebnisse haben den Hersteller zum Beginn einer Phase-I-Studie veranlasst.

Das „Gene Silencing“ nutzt die von Watson und Crick beschriebene fundamentale Eigenschaft der Erbsubstanz aus, sich bereitwillig mit komplementären Nukleotidsträngen zu verbinden. In der doppelsträngigen DNA ist dies der Normalzustand, bei der einsträngigen Messenger-RNA kommt es jedoch zu einer Unterbrechung des Informationsflusses, wenn sich das synthetische Oligonukleotid SPC3649 anlagert, das die dänische Firma Santaris Pharma A/S aus Hoersholm in Dänemark entwickelt hat.

Es hemmt selektiv den Transkriptionsfaktor miR-122, dessen normale Funktion in der Zelle nicht genau bekannt ist. Es wurde aber beobachtet, dass miR-122 bei einer Hepatitis C die Vermehrung der Viren fördert.

Frühere Studien an Ziellinien und bei Mäusen und grünen Meerkatzen hatten auch gezeigt, dass SPC3649 die Virusproduktion praktisch zum Erliegen bringt. Diese Tiere erkranken allerdings nicht an einer Hepatitis C. Deshalb wurde der Wirkstoff im nächsten Schritt an Schimpansen getestet, der einzigen Spezies außer dem Menschen, die an einer klinischen Hepatitis C mit Leberschäden erkrankt.

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Am Southwest Foundation for Biomedical Research in San Antonio/Texas wurden vier chronisch infizierte Tiere mit SPC3649 behandelt. Wie Robert Lanford und Mitarbeiter berichten, kam es unter der hohen Dosierung (die zwei der vier Tiere erhielten) nach einer 17-wöchigen Behandlung nicht nur zu einem 99,5-prozentigem Abfall der Viruslast im Blut. Die Tiere erholten sich auch von ihrer Lebererkrankung, wie histologischen Untersuchungen der Leberbiopsien ergaben.

Die Untersuchung der Viren ergab außerdem keinen Hinweis auf eine Resistenzbildung. Sie ist nach Ansicht der Forscher auch unwahrscheinlich, da SPC3649 nicht die Viren oder deren Replikation direkt angreift. Mutationen im Virus können die Wirkung von SPC3649 nicht herabsetzen.

Alle vier Tiere sollen die Therapie gut vertragen haben. Da der Transkriptionsfaktor miR-122 im Körper sicherlich noch andere Funktionen hat als die Förderung der Virusvermehrung im Fall einer Infektion, muss wohl damit gerechnet werden, dass es unter der Therapie doch zu Nebenwirkungen kommt. Erste Erkenntnisse hierzu sind von den bereits begonnenen Phase-I-Studien zu erwarten. © rme/aerzteblatt.de

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