Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs
  • Preise
6.550 News Medizin

Medizin

Antidepressiva verändern die Persönlichkeit

Dienstag, 8. Dezember 2009

Chicago – Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) lindern nicht nur die Symptome einer Depression. In einer randomisierten klinischen Studie in den Archives of General Psychiatry (2009; 66: 1322-133) kam es unter der Behandlung mit Paroxetin auch zu einer Änderung der Persönlichkeit, die nach Ansicht der Autoren wesentlichen Anteil an der therapeutischen Wirkung hat.

Anzeige

Das Fünf-Faktoren-Modell (“Big Five”) unterscheidet fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit. Zwei Faktoren, nämlich (hoher) Neurotizismus und (niedrige) Extraversion sind eng mit der Entwicklung einer Depression assoziiert.

Neurotizistische Persönlichkeit neigen zu negativen Emotionen und eine Instabilität des Gefühlsleben, das sie eben so anfällig macht für Depressionen wie eine verminderte Extraversion, die Menschen mit geringer Neigung zu sozialen Bindungen charakterisiert.

Beide Persönlichkeitszüge sind in der Vergangenheit mit dem Neurotransmitter Serotonin im Gehirn in Verbindung gebracht worden, was Tony Tang von der Northwestern University in Evanston bei Chicago veranlasst hat, die Auswirkung der SSRI auf das Fünf-Faktoren-Modell zu untersuchen.

An der Studie beteiligten sich 240 Erwachsene mit Major-Depression. Die eine Hälfte wurde über 12 Monate mit Paroxetin behandelt. Die anderen Patienten erhielten entweder ein Placebo oder eine Psychotherapie.

Wie von anderen Studien zur Wirkung der SSRI her bekannt ist, besserten sich die Depressionen bei vielen Patienten auch unter Placebo. Hier kam es aber nur zu einer unwesentlichen Veränderung in den Persönlichkeitsmerkmalen Neurotizismus und Extraversion. Ganz im Gegenteil dazu kam es unter den SSRI zu einer 6,8-fach stärkeren Veränderung von Neurotizismus und zu einer 3,5-fach stärkeren Änderung der Extraversion als im Placebo-Arm. Die Auswirkungen der kognitiven Therapie lagen dazwischen.

Die starken Ausschläge in den beiden Persönlichkeitsmerkmalen stellen nach Ansicht von Tang die derzeitige „state effect“-Hypothese infrage, nach der die Depression die Veränderungen der Persönlichkeit erklärt. Die Forscher glauben vielmehr, dass die SSRI in erster Linie den Neurotizismus mildern und die Extraversion stärken und dadurch den Patienten helfen, ihre Gemütsstörung zu überwinden. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

  • Drucken
  • Kommentieren
  • Teilen
  • Versenden
  •  
    Merken

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste