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Bei Chirurgen bleibt das Privatleben oft auf der Strecke

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Berlin – Mehr als 70 Prozent der Chirurgen hierzulande geben an, zu wenig oder gar keine Zeit für Privat- und Familienleben zu haben. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) in einer Studie zur Lebensqualität deutscher Chirurgen.

Danach hat sich der Arbeitsalltag von Chirurgen in den letzten Jahren erheblich gewandelt. Neben Operationen gehören dazu immer umfangreichere administrative Aufgaben. Überstunden und Extremeinsätze seien zur Regel geworden. „Chirurgen tragen die höchste Arbeitsbelastung aller Klinikärzte, ihre risikoreiche Tätigkeit birgt zudem große Verantwortung“, sagt der Würzburger Chirurg Thomas Bohrer, der gemeinsam mit anderen Experten im Rahmen der systematischen Analyse mehr als 3.600 Chirurgen befragte.

Anhand erster Ergebnisse zeigt sich, dass etwa 40 Prozent der befragten Chirurgen ihre Lebensqualität schlechter einschätzen als die der restlichen Bevölkerung. Drei Viertel der Befragten beklagen sich darüber, dass sie zu wenig Zeit für ihr Privat- und Familienleben hätten. Trotzdem würden etwa 80 Prozent den Beruf des Chirurgen ein zweites Mal wählen. „Die meisten Chirurgen zeichnen sich durch einen hohen Grad an Idealismus aus“, erläutert Bohrer das Zwischenergebnis. Denn mehr als 95 Prozent seien nach eigener Aussage gerne im Operationssaal. © hil/aerzteblatt.de

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