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Siegel für gentechnikfreie Nahrung im Handel kaum zu finden

Freitag, 11. Dezember 2009

Berlin – Die Einführung des einheitlichen Siegels "Ohne Gentechnik" für Lebensmittel kommt nur schleppend voran. Die Umsetzung der Kennzeichnung scheine sich "länger hinzuziehen", bislang hätten rund 30 Firmen sie für ihre Produkte beantragt, erklärte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Freitag.

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Greenpeace forderte von Politik und Wirtschaft, dem Siegel jetzt rasch zum Durchbruch zu verhelfen. Handel und Nahrungsindustrie kommen mit der Einführung des einheitlichen Siegels für Lebensmittel ohne Gentechnik offenbar nur schleppend voran. Das von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) im Sommer angekündigte freiwillige „Ohne Gentechnik“-Siegel sei „in den Supermarktregalen kaum zu finden“, sagte Greenpeace-Gentechnikexperte Alexander Hissting am Donnerstag.

Nur eine Handvoll Nahrungshersteller nutzten die neue Kennzeichnung für ihre Produkte. „Dieses Siegel ist nutzlos, solange es nicht angewendet wird“, kritisierte Hissting.

Hauptgrund für den zögerlichen Einsatz der Kennzeichnung sind nach Einschätzung von Greenpeace ungelöste formelle Fragen bei der Vergabe des Siegels, das im nach Angaben Aigners noch in diesem Herbst starten sollte. Die Kennzeichnung werde nicht von staatlicher Seite vergeben, sondern von einem Verein, hinter dem die Lebensmittelwirtschaft und der Handel stünden.

Dieser Verein befinde sich „noch in der Gründung“, sagte Hissting. Es sei wichtig, „dass diese Formalien jetzt geklärt werden“. Die Verbraucher wollten Transparenz beim Einkauf ihrer Lebensmittel, „und sie wollen Gentechnikfreiheit“, sagte Hissting. Umfragen zeigten diese immer wieder. 

Landwirtschaftsministerin Aigner hatte das „Ohne Gentechnik“-Siegel im August vorgestellt. Die grüne Raute mit der weißen Aufschrift „Ohne Gentechnik“ ist für Produkte vorgesehen, die garantiert ohne jede Spur von Gentechnik hergestellte wurden. Die Kennzeichnung ergänzt EU-Vorschriften, denen zufolge Nahrungshersteller gentechnisch veränderte Zutaten in Lebensmitteln auf den Verpackungen ausweisen müssen, etwa Cornflakes aus Genmais in Schokoriegeln.  

Von der bisherigen Regelung nicht erfasst wird dagegen beispielsweise Milch von Kühen, die mit Genfutter gemästet werden. Diese Lücke soll mit dem „Ohne-Gentechnik“-Siegel geschlossen werden. Es untersagt, tierische Produkte für Nahrungsmittel zu verwenden, die mithilfe von Gentechnik gewonnen wurden - etwa durch den Einsatz von Genfutter. © afp/aerzteblatt.de

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