Medizin

Stammzellen können HIV angreifen

Freitag, 11. Dezember 2009

Los Angeles – Menschliche Blutstammzellen können zu Zellen umgeformt werden, die HIV-infizierten Zellen ins Visier zu nehmen und zu töten. Dies ist ein Prozess, der potenziell gegen eine Reihe von chronischen Virenkrankheiten verwendet werden könnte.

Zu diesen Ergebnissen kamen Forscher um Scott G. Kitchen des Aids Instituts der Universität von Los Angeles. Sie publizierten ihre Entdeckungen in der Fachzeitschrift PLoS ONE (doi:10.1371/journal.pone.0007997).

Indem die Forscher CD8 zytotoxische T-Lymphozyten von einer HIV-infizierten Person untersuchten, identifizierten sie den T-Zellrezeptor als das Molekül, das die T-Zelle beim Erkennen und der Tötung von HIV-infizierten Zellen leitet. Diese CD8-Zellen, obwohl fähig,
HIV-infizierte Zellen zu zerstören, sind nicht in ausreichender Menge vorhanden, um das Virus aus dem Körper der Betroffenen zu entfernen. Die Forscher klonten den Rezeptor und konstruierten menschliche Blutstammzellen, die sie dann in menschliches Thymus-Gewebe implantierten.

Anzeige

Die konstruierten Stammzellen entwickelten sich zu einer großen Gruppe von reifen, multifunktionalen HIV-spezifischen CD8-Zellen, die HIV-infizierte Zellen spezifisch ins Visier nehmen konnten.

„Wir haben in dieser Studie demonstriert, dass diese Herangehensweise verwendet werden kann, um im menschlichen Immunsystem besonders die T-Zellantwort hervorzurufen, die HIV-infizierte Zellen angreift“, sagte Kitchen. Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass diese Strategie eine wirksame Waffe im Kampf gegen Aids und andere Virenkrankheiten sein könnte, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Nachrichten zum Thema

25.08.16
Hamburg – Auf die anhaltende gesellschaftliche Benachteiligung von HIV-Infizierten hat die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) anlässlich der Selbsthilfekonferenz „Sei ein Teil der Lösung!“ hingewiesen. Das......
10.08.16
Soziale und kulturelle Barrieren: Jeder dritte HIV-Neuinfizerte kommt nicht aus Deutschland
Berlin – Migranten haben im Vergleich zur deutschen Bevölkerung noch immer keinen gleichberechtigten Zugang zu Testangeboten für sexuell übertragbare Krankheiten (STI). Das zeigt der Abschlussbericht......
04.08.16
München – Eine Infektion mit dem Fadenwurm Wuchereria bancrofti geht in Tansania mit einem zwei- bis dreifach erhöhten Risiko auf eine HIV-Infektion einher. Dies zeigt eine prospektive......
25.07.16
Hannover – Auf Auswertungen des Deutschen Hepatitis-C-Registers hat die Deutsche Leberstiftung hingewiesen. Danach bewähren sich die neuen Medikamente zur Behandlung der chronischen Hepatitis C (HCV)......
22.07.16
EMA: Grünes Licht für Truvada in der Präexpositions­prophylaxe
London – Vier Jahre nach der US-amerikanischen FDA hat auch die Europäische Erzmittel-Agentur EMA die Zulassung der Kombination Emtricitabin/Tenofovir (Truvada) für die Präexpositionsprophylaxe (PrEP)......
20.07.16
Antiretrovirale Therapie verhindert HIV-Übertragung beim Stillen
Baltimore – Zwei antiretrovirale Behandlungen haben in einer größeren Feldstudie in Afrika eine Mutter-Kind-Übertragung des HI-Virus weitgehend verhindert. Die Ergebnisse, die jetzt auf der 21.......
19.07.16
HIV: Infektionen nehmen in vielen Ländern weiterhin zu
Durban – Weltweit ging die Zahl der Neuinfektionen mit dem HI-Virus in den letzten zehn Jahren nur minimal um 0,7 % zurück. In 74 Ländern hat die Inzidenz zwischen 2005 und 2015 sogar zugenommen.......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige