San Antonio – Die Behandlung der Osteoporose mit Bisphosphonaten könnte bei postmenopausalen Frauen eine willkommene Nebenwirkung haben. Zwei auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellte Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die behandelten Frauen seltener an Brustkrebs erkranken.
Bei der ersten Studie handelt es sich um eine Auswertung der bekannten Women's Health Initiative (WHI), welche die Risiken einer postmenopausalen Östrogentherapie aufgedeckt hatte. Seit dem Ende wird sie als prospektive Beobachtungsstudie weitergeführt.
Rowan Chlebowski vom Los Angeles Medical Center kann zeigen, dass Frauen die mit Bisphosphonaten behandelt wurden, in den folgenden sieben Jahren zu 32 Prozent seltener an Brustkrebs erkranken.
Diese Angabe beruht allerdings auf gerade einmal 64 Brustkrebserkrankungen unter den 2.216 WHI-Teilnehmerinnen, die mit Bisphosphonaten behandelt wurden, allerdings nicht zum Zweck der Brustkrebsprophylaxe, denn diese Indikation bestand nicht und wird durch die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie auch nicht begründet.
Zum einen ist nicht auszuschließen, dass Frauen mit einem günstigen Brustkrebsrisikoprofil eher für eine Therapie der Osteoporose gewonnen werden (Selektionsbias), zum anderen müssen in Präventionsstudien immer die Nebenwirkungen, die eine Vielzahl von Frauen betreffen, den Vorteilen einer Krebsvermeidung bei wenigen Teilnehmerinnen abgewogen werden.
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Auf der Konferenz wurde noch auf die Ergebnisse einer dritten randomisierten Vergleichsstudie verwiesen, die untersucht hat, ob das Bisphosphonat Alendronsäure die Ergebnisse einer endokrinen Therapie des prämenopausalen Mammakarzinom verbessern kann. Tatsächlich verbesserte das Bisphosphonat die 4-Jahresüberlebensrate von 90,8 auf 94 Prozent (NEJM 2009; 360: 679-91).
Doch auch hier dürften sich viele Patientinnen und Therapeuten fragen, ob die um 3,2 Prozentpunkte erhöhte Überlebenswahrscheinlichkeit die Risiken der Therapie rechtfertigen.
Bei postmenopausalen Brustkrebspatientinnen, die statt einer Tamoxifenbehandlung eine Behandlung mit Aromatase-Inhibitoren bevorzugen, könnte die zusätzliche Gabe von Bisphosphonaten sinnvoll sein, da sie eine durch die Aromatase-Inhibitoren beschleunigte Osteoporose stoppen können.
Hierauf deuten die Ergebnisse der Zometa-Femara Adjuvant Synergy Trial oder Z-FAST-Studie hin, an der 602 postmenopausale Frauen mit rezeptorpositiven Mammakarzinom teilnahmen. Es gab zwei Gruppen. Eine wurde sofort mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure behandelt. Die Knochenmineraldichte stieg in den nächsten 5 Jahren um 6,2 Prozent (Wirbelsäule) oder 2,6 Prozent (Hüfte).
Bei den anderen Teilnehmerinnen wurde die Therapie erst später begonnen, die Knochenmineraldichte sank um 2,4 (Wirbelsäule) oder 4,1 Prozent (Hüfte). Ausschlaggebend für eine Therapieentscheidung dürfte aber sein, dass in der Studie die Frakturhäufigkeit durch die sofortige Therapie von 12,4 auf 10,7 Prozent gesenkt wurde.
Schwere Komplikationen, etwa die gefürchtete Osteonekrose des Kiefers, wurden nicht beobachtet, wie Adam Brufsky von der Universität Pittsburgh auf dem Symposium mitteilte.
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