© Deutsches Ärzteblatt; Deutscher Ärzte-Verlag GmbH
zur ersten Medizin-Nachricht zur vorherigen Medizin-Nachricht zur nächsten Medizin-Nachricht zur letzten Medizin-Nachricht (1)
Freitag, 11. Dezember 2009
Bisphosphonate könnten Brustkrebs vorbeugen

San Antonio – Die Behandlung der Osteoporose mit Bisphosphonaten könnte bei postmenopausalen Frauen eine willkommene Nebenwirkung haben. Zwei auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellte Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die behandelten Frauen seltener an Brustkrebs erkranken.

Bei der ersten Studie handelt es sich um eine Auswertung der bekannten Women's Health Initiative (WHI), welche die Risiken einer postmenopausalen Östrogentherapie aufgedeckt hatte. Seit dem Ende wird sie als prospektive Beobachtungsstudie weitergeführt.

Rowan Chlebowski vom Los Angeles Medical Center kann zeigen, dass Frauen die mit Bisphosphonaten behandelt wurden, in den folgenden sieben Jahren zu 32 Prozent seltener an Brustkrebs erkranken.

Diese Angabe beruht allerdings auf gerade einmal 64 Brustkrebserkrankungen unter den 2.216 WHI-Teilnehmerinnen, die mit Bisphosphonaten behandelt wurden, allerdings nicht zum Zweck der Brustkrebsprophylaxe, denn diese Indikation bestand nicht und wird durch die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie auch nicht begründet.

Zum einen ist nicht auszuschließen, dass Frauen mit einem günstigen Brustkrebsrisikoprofil eher für eine Therapie der Osteoporose gewonnen werden (Selektionsbias), zum anderen müssen in Präventionsstudien immer die Nebenwirkungen, die eine Vielzahl von Frauen betreffen, den Vorteilen einer Krebsvermeidung bei wenigen Teilnehmerinnen abgewogen werden.

Interessant ist die Assoziation auch, weil eine weitere Studie, die Breast Cancer in Northern Israel Study, zum gleichen Ergebnis kommt. Die bevölkerungsbasierte Fall-Kontroll-Studie umfasst 2.900 postmenopausale Frauen, die über 5 Jahre nachbeobachtet wurden.

Während dieser Zeit erkrankten Frauen, die eine Osteoporose mit Bisphosphonaten behandelten, zu 29 Prozent seltener an Brustkrebs, wie Gad Rennert vom Technion-Israel Institute of Technology in Israel berichtete. Die Einwände sind die gleichen wie bei der WHI.

Auf der Konferenz wurde noch auf die Ergebnisse einer dritten randomisierten Vergleichsstudie verwiesen, die untersucht hat, ob das Bisphosphonat Alendronsäure die Ergebnisse einer endokrinen Therapie des prämenopausalen Mammakarzinom verbessern kann. Tatsächlich verbesserte das Bisphosphonat die 4-Jahresüberlebensrate von 90,8 auf 94 Prozent (NEJM 2009; 360: 679-91).

Doch auch hier dürften sich viele Patientinnen und Therapeuten fragen, ob die um 3,2 Prozentpunkte erhöhte Überlebenswahrscheinlichkeit die Risiken der Therapie rechtfertigen. 

Bei postmenopausalen Brustkrebspatientinnen, die statt einer Tamoxifenbehandlung eine Behandlung mit Aromatase-Inhibitoren bevorzugen, könnte die zusätzliche Gabe von Bisphosphonaten sinnvoll sein, da sie eine durch die Aromatase-Inhibitoren beschleunigte Osteoporose stoppen können.

Hierauf deuten die Ergebnisse der Zometa-Femara Adjuvant Synergy Trial oder Z-FAST-Studie hin, an der 602 postmenopausale Frauen mit rezeptorpositiven Mammakarzinom teilnahmen. Es gab zwei Gruppen. Eine wurde sofort mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure behandelt. Die Knochenmineraldichte stieg in den nächsten 5 Jahren um 6,2 Prozent (Wirbelsäule) oder 2,6 Prozent (Hüfte).

Bei den anderen Teilnehmerinnen wurde die Therapie erst später begonnen, die Knochenmineraldichte sank um 2,4 (Wirbelsäule) oder 4,1 Prozent (Hüfte). Ausschlaggebend für eine Therapieentscheidung dürfte aber sein, dass in der Studie die Frakturhäufigkeit durch die sofortige Therapie von 12,4 auf 10,7 Prozent gesenkt wurde.

Schwere Komplikationen, etwa die gefürchtete Osteonekrose des Kiefers, wurden nicht beobachtet, wie Adam Brufsky von der Universität Pittsburgh auf dem Symposium mitteilte. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare
Benutzername
Passwort

Um Nachrichten kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.



nabildeeb am Samstag, 12. Dezember 2009, 15:47
Bisphosphonate bei metastasiertem Mammakarzinom ! & Antikörper statt Bisphosphonate bei Nierentoxizität und Osteonekrose !!




Bisphosphonates in metastatic breast cancer ! &
Antibodies instead of bisphosphonates in renal toxicity and osteonecrosis !



Les bisphosphonates dans le cancer du sein métastatique ! &
Anticorps au lieu des bisphosphonates dans la toxicité rénale et une ostéonécrose !



Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Registered Doctors'Association
53140 Bonn / GERMANY




Bisphosphonate bei metastasiertem Mammakarzinom ! &
Antikörper statt Bisphosphonate bei Nierentoxizität und Osteonekrose !!! :-


Ca. 75 % aller Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom entwickeln Knochenmetastasen. Um die damit verbundenen Komplikationen zu reduzieren, kommen vor allem Bisphosphonate zum Einsatz in Frage . Doch nicht alle Patientinnen sprechen darauf an. Bei manchen Frauen limitieren Nebenwirkungen wie Nierentoxizität und Osteonekrose die Anwendung. Daher suchen wir nach Alternativen. Als vielversprechender Kandidat gilt Denosumab. Die Entwicklung dieses humanen Antikörpers beruht auf der Entschlüsselung eines wichtigen Signalweges im Knochenauf- und -abbau. Der von den Osteoblasten gebildete Receptor Activator of Nuclear Factor Kappa B Ligand (RANKL) dient als Signalüberträger von Osteoblasten zu Osteoklasten und vermittelt den Knochenabbau. Denosumab ist ein hoch selektiver RANKL-Inhibitor, der bereits gezeigt hat, dass er den Knochenabbau verlangsamt.

In einer von Amgen unterstützten Phase-II-Studie verglich ein internationales Forscherteam die Wirkung des Antikörpers mit der von Bisphosphonaten. An der Studie nahmen 255 Frauen mit metastasiertem Brustkrebs teil. Eine Gruppe der Frauen erhielt Denosumab in verschiedenen Dosen und Intervallen, die zweite Gruppe erhielt Bisphosphonate. Als Marker für die Knochenresorption diente das N-Telopeptid des Typ-I-Kollagens im Urin (uNTx), korrigiert in Bezug auf Kreatinin. Durch die Behandlung sank der uNTx-Wert nach 25 Wochen um 75 % in der Denosumab-Gruppe und um 71 % in der Bisphosphonat-Gruppe. Skelettale Probleme traten bei zwölf Prozent in der Denosumab- und 16 % in der Bisphosphonat-Gruppe auf.

Es kam zu keinen ernsthaften oder tödlichen Nebenwirkungen durch die Antikörperbehandlung. der Denosumab-Gruppe und um 71 Prozent in der Bisphosphonat-Gruppe.
Skelettale Probleme traten bei 12 % in der Denosumab- und 16 % in der Bisphosphonat-Gruppe auf.



Orale versus intravenöse Bisphosphonate Fraktur-Risikoreduktion,

Sicherheit und Verträglichkeit intravenöser Bisphosphonate bei postmenopausaler Osteoporose sprechen für die parenterale Variante :-.

Für die Therapie der postmenopausalen Osteoporose stehen sowohl orale als auch parenterale, also intravenös verabreichte, Bisphosphonate zur Verfügung. Ein effektiver Schutz vor osteoporotischen Frakturen wird nur durch eine mehrjährige, eventuell auch lebenslange lückenlose Behandlung erreicht.

Der effektive Frakturschutz unter oraler Bisphosphonat-Therapie bei postmenopausalen Osteoporose-Patientinnen ist belegt.

Aufgrund gastrointestinale Probleme oder einfach nur das Unvermögen, länger aufrecht zu stehen – kann das Therapieziel aber häufig nicht erreicht werden. Zwar ist durch die Einführung der wöchentlichen oralen Therapieregimes gegenüber den täglichen Dosierungen eine signifikante Verbesserung erkennbar, trotzdem liegt die Langzeit-Therapietreue über einen Zeitraum von zwölf Monaten deutlich unter 50 %.

Eine gute Alternative bieten die parenteralen Bisphosphonate.


Frakturschutz durch parenterale Bisphosphonate :-

Für die parenterale Therapie der postmenopausalen Osteoporose stehen in vielen Ländern zwei Substanzen zur Verfügung: Ibandronat als Quartalsspritze und Zoledronat als Infusion. Derzeit gibt es keinen Hinweis auf relevante Unterschiede bezüglich des Frakturschutzes zwischen beiden Substanzen. Kalzium und Vitamin D müssen, wie bei den oralen Therapien, begleitend substituiert werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen intravenöser Bisphosphonate stellen Postinfusions- bzw. Postinjektionssymptome ( = PIS ) dar.
Dabei handelt es sich um grippeähnliche Symptome wie Muskel- oder Gelenkschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, die innerhalb der ersten 48 Stunden nach erstmaliger Applikation auftreten.

4,5 % der Ibandronat-Patientinnen berichteten in einer Studie über eines der Symptome, wobei diese lediglich leicht bis mäßig beschrieben wurden, sich nach maximal 72 Stunden zurückbildeten und durch die Einnahme von Paracetamol deutlich gelindert werden konnten.

Die Häufigkeit von Postinfusionssymptomen bei Patienten, die Zoledronat erhielten, betrug 44,7 % nach den ersten, 16,7 % nach der zweiten und 10,2 % nach der dritten Infusion. Die Nierenverträglichkeit von Ibandronat ist vergleichbar mit Placebo. Unter Zoledronat trat in einer Studie akutes Nierenversagen in 0,2 Prozent der Fälle auf. Vorhofflimmern wurde bei 2,5 % der Zoledronat-Patientinnen mehrere Wochen nach der Infusion beobachtet (vs. 1,9 % Placebo). Für Ibandronat konnte in einer umfassenden Analyse keine Beeinflussung der Herzfunktion nachgewiesen werden.

Die Zulassungsstudie mit Ibandronat ist mit der niedrigen oralen Dosierung (nicht im Handel) durchgeführt worden, hier konnte eine Reduktion des Wirbelkörperfraktur-Risikos gezeigt werden. Metaanalysen konnten zeigen, dass mit der Quartalsspritze auch nichtvertebrale Frakturen verhindert werden können.


Die Zulassungsstudie mit Zoledronat (fünf Milligramm einmal jährlich intravenös, im Handel) zeigte eine Reduktion aller relevanten osteoporotischen Frakturen.


Längere Dosierungsintervalle :-


Parenterale Bisphosphonate bieten wegen der längeren Dosierungsintervalle, der unkomplizierten Darreichungsform und Vermeidung gastrointestinaler Nebenwirkungen einen deutlichen Vorteil gegenüber oralen Therapien.

Es ist individuell zu entscheiden, für welche Patientinnen die Quartalsspritze oder die Jahresinfusion besonders geeignet ist, da es bislang keine direkten Vergleichsstudien zu Unterschieden beim Frakturschutz zwischen den beiden Substanzen gibt. Wesentlich für den Therapieerfolg ist die Therapietreue und eine zusätzliche, ausreichende Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr.



Bisphosphonate und Kiefernekrose :-

Knochenmetastasen sind eine der häufigsten Komplikationen bei malignen Erkrankungen. Bis zu 70 % der Mammakarzinome metastasieren in den Knochen . Die Standardlangzeittherapie der Knochenmetastasen erfolgt durch Bisphosphonate. Diese wirksame Therapie kann jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet sein. Die Bisphosphonat-induzierte Kiefenerkrose (ONJ = osteonecrosis of the jaw) ist eine erst kürzlich entdeckte unerwünschte Wirkung, wie Teilweise in der Literatur angegeben wird .




Literatur :-

1 . - Lipton, Allan. et al.Clinical Cancer Research 2008; 14: 6690–6 ;


2 . - Dora Beke, Martin Pecherstorfer, Wiener Medizinische Wochenschrift ;


3 .- Faßbender WJ. Stumpf UC., Fahrleitner-Pammer A. Intravenöse Bisphosphonate bei postmenopausaler Osteoporose. MMW-Fortschritte der Medizin Originalien I/2009; (Jg. 151): 39–44


4 .- Rest der Literatur beim Verfasser



Mit freundlichen kollegialen Grüßen


Ihr

Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 20 10 53
53140 Bonn – Bad Godesberg
/ GERMANY

&

Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 10 01 35
53439 Bad Neuenahr
GERMANY

e.mail: doctor.nabil.deeb.pmi.germany@googlemail.com

or

doctor.nabilabdulkadirdeeb@googlemail.com





Archiv
Aktuelle Kommentare
Merkliste
In Ihrer Merkliste können Sie News und Artikel speichern und später wieder aufrufen. Registrieren Sie sich, können Sie Ihre Merkliste dauerhaft speichern.
RSS-Feed

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

RSS