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Politik

Arzneiexperte: „Politik hat sich über den Tisch ziehen lassen“

Montag, 14. Dezember 2009

Hannover – Der Arzneiexperte Wolfgang Becker-Brüser wirft der Politik schwere Versäumnisse bei den Verhandlungen mit der Pharmaindustrie über den Impfstoff gegen die Schweinegrippe vor. „Die Politik hat Geheimverträge mit der Industrie abgeschlossen - ohne öffentliche Kontrolle und ohne unabhängige Experten hinzuzuziehen“, sagte Becker-Brüser der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ vom Samstag.

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„Beispielsweise war es ein Fehler, automatisch davon auszugehen, dass eine zweimalige Impfung mit Pandemrix erforderlich sei. Eine der Folgen ist nun, dass zu viel Impfstoff vorhanden ist, also zu viel Geld ausgegeben worden ist“, sagte der Herausgeber des unabhängigen „Arznei-Telegramm“. Bei der Kalkulation des Impfstoffes seien weitere Fehler gemacht worden. „Die Politik hat sich preislich über den Tisch ziehen lassen.

In den Verträgen über Pandemrix wurde akzeptiert, dass die Wirkverstärker den Impfstoff um 75 Prozent verteuern. Dabei sind Wirkverstärker bei der Impfung gegen Schweinegrippe schlichtweg überflüssig“, sagte der Experte. Becker-Brüser moniert auch das Fehlen von „Ausstiegsmöglichkeiten“ aus dem Liefervertrag „für den Fall, dass die Pandemie anders abläuft als befürchtet und nicht so viel Impfstoff benötigt wird“.

Die Schweinegrippe sei für die Pharmaindustrie ein gutes Geschäft, erklärt der Arzneiexperte. „GlaxoSmithKline setzt in Deutschland 500 Millionen Euro zusätzlich um. Weltweit dürfte allein diese Firma drei bis vier Milliarden Euro Mehrumsatz machen. Das zeigt, welche wirtschaftliche Potenz die Schweinegrippe hat“, sagte Becker-Brüser. © ddp/aerzteblatt.de

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