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Mammakarzinom: Studien stützen frühen Einsatz von Trastuzumab

Montag, 14. Dezember 2009

Jacksonville/Florida/Los Angeles – Die Lang­zeit­ergeb­nisse aus zwei US-Studien bestätigen die bisherigen Erfahrungen, nach denen die zusätzliche Gabe von Trastuzumab (Herceptin®) das rezidivfreie Überleben beim HER2-positivem Mammakarzinom verbessert. Günstig erscheint auch der frühzeitige Einsatz des Wirkstoffs zu sein, wie auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium mitgeteilt wurde.

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Die N9831-Studie des US-National Cancer Institute war im Jahr 2000 initiiert worden. Sie verglich unter anderem eine sequenzielle Therapie, in der Trastuzumab im Anschluss an eine Chemotherapie über 52 Wochen gegeben wurde, mit einer früh einsetzenden gleichzeitigen Gabe von Trastuzumab ab dem ersten Tag der Chemotherapie. Die Dauer der Trastuzumabbehandlung betrug hier ebenfalls 52 Wochen.

Im Endergebnis war der frühzeitige Therapiebeginn der sequenziellen Therapie überlegen. Der Anteil der Patientinnen, die nach 5,5 Jahren noch am Leben und ohne Rezidiv waren, wurde von 72 auf 80 Prozent gesteigert. Die Studienleiterin Edith Perez von der Mayo Clinic in Jacksonville/Florida errechnet eine Hazard Ratio von 0,70 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,57-0,86).

In den Pressemitteilungen ist deshalb von einer relativen Reduktion des rezidivfreien Überlebens um 30 Prozent die Rede, während die absolute Reduktion nur 8 Prozent beträgt. Es fehlen in den Pressemitteilungen und im Abstract genaue Angaben zum Gesamtüberleben, das zwar ein sekundärer Endpunkt war. Es könnte aber für die Kosten-Nutzen-Analyse bei der teuren Therapie von Bedeutung sein.

Ebenso fehlen klare Angaben zu den kardialen Komplikationen, die in einer früheren Auswertung der Studie aufgefallen waren, in der 2,9 Prozent der Teilnehmer an einer Herzinsuffizienz erkrankten (NEJM 2005; 353: 1673-84).

Da neben Trastuzumab auch die in der adjuvanten Chemotherapie früher bevorzugten Anthrazykline kardiale Nebenwirkungen haben, könnte die Kombination von Trastuzumab mit einer anthrazyklin-freien Chemotherapie vorteilhaft sein.

Genau das zeigte die Studie BCIRG006 der Breast Cancer International Research Group, deren Ergebnisse Dennis Slamon vom Jonsson Comprehensive Cancer Center in Los Angeles vorstellte. In der Studie wurden die Patientinnen mit Trastuzumab behandelt, das einmal mit einer anthrazyklinfreien und einmal mit einer anthranzyklinhaltigen Chemotherapie kombiniert wurde.

Unter der Kombination von Trastuzumab mit Anthrazyklinen traten signifikant häufiger kardiale Komplikationen auf. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Trastuzumab das Rezidiv- und auch das Sterberisiko gegenüber einer alleinigen Chemotherapie senkt, wobei es keine Rolle zu spielen scheint, ob Anthrazykline oder eine anthrazyklinfreie Chemotherapie verwendet wurde. Der Abstract enthält hierzu allerdings keine konkreten Angaben, sodass die endgültige Publikation abzuwarten bleibt. © rme/aerzteblatt.de

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