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Antiretrovirale Therapie in Afrika auch ohne Labortests erfolgreich

Montag, 14. Dezember 2009

London – Eine antiretrovirale Therapie kann bei fehlenden Ressourcen zunächst auch ohne anspruchsvolle Laborkontrollen erfolgreich sein. Dies zeigt die größte bisher in Afrika durchgeführte randomisierte klinische Studie, die jetzt im Lancet (2009; 374: 10.1016/S0140-6736(09)62067-5) publiziert wurde.

An der „Development of Anti-Retroviral Therapy in Africa“ oder DART-Studie hatten in drei Zentren in Uganda und einem in Simbabwe 3.321 symptomatische HIV-infizierte Erwachsene teilgenommen, bei denen wegen eines Abfalls der CD4-Zellzahlen auf unter 200/µl eine antiretrovirale Therapie geplant war.

Standard sind heute engmaschige Laborkontrolle mit Blutbild, Biochemie und CD4-Zellzählungen alle 12 Wochen. Diese wurden auch bei allen Patienten durchgeführt. Die Ergebnisse wurden den Ärzten jedoch nur für die Hälfte der Patienten mitgeteilt. Bei ihnen erfolgte die übliche labortechnische und klinische Überwachung (LCM) der Erkrankung.

In der anderen Gruppe erfuhren die Ärzte nur die CD4-Zellzählungen. Sie sollten die Patienten allein mit einem klinisch gesteuerten Monitoring (CDM) begleiten. Nur bei einem Abfall der CD4-Zellzahl unter 100/µl oder im Fall von schwersten (Grad 4) Toxizitätserscheinungen konnten sie die kompletten Laborwerte erfragen, um die Therapie rechtzeitig anzupassen.

Die Mediziner leisteten im CDM-Arm der Studie gute Arbeit, wie Sarah Walker vom Medical Research Council in London und Kollegen berichten. In den meisten Fällen konnten die Patienten ohne ständige Laborkontrolle und deshalb ressourcensparend betreut werden.

Die 5-Jahres-Überlebensrate lag in der CDM-Gruppe bei 87 Prozent und war damit kaum niedriger als in der LCM-Gruppe mit 90 Prozent. Ohne Therapie wären nach dieser Zeit wohl nur 10 Prozent noch am Leben gewesen, berichten die Autoren.

Zu Beginn der Therapie könne deshalb auf eine umfassende Labordiagnostik verzichtet und das Geld für eine bessere Versorgung mit Medikamenten ausgegeben werden. Doch auf Dauer kommen auch die Basisärzte in Afrika nicht um teure Labortests herum.

Nach 5 Jahren hatten 28 Prozent der CDM-Teilnehmer und 21 Prozent der LCM-Patienten das klinische Stadium 4 (Aids) erreicht oder sie waren gestorben. Unterschiede im Krankheitsverlauf traten ab dem dritten ART-Jahr auf, wobei der Wechsel zur Second-line-Therapie in der LCM-Gruppe bereits ab dem zweiten Jahr häufiger erfolgte. Ab dem dritten Jahr scheint eine Therapie ohne Laborkontrolle zu schlechteren Ergebnissen zu führen. © rme/aerzteblatt.de

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