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Besserer Zugang zu Aids-Medikamenten geplant

Dienstag, 15. Dezember 2009

Genf – Ein sogenannter Patent-Pool soll armen Ländern ab Mitte 2010 den Zugang zu Aids-Medikamenten erleichtern. Das beschloss die Organisation UNITAID am Montagabend in Genf, wie der UNITAID-Chef, der frühere französische Außenminister Philippe Douste-Blazy  sagte. Der geplante Pool soll es Entwicklungsländern leichter machen, an neue und bezahlbare Medikamente für HIV-Infizierte und Aidskranke zu kommen.    

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Douste-Blazy sprach von einem „historischen Tag“. Mit dem Pool habe UNITAID einen Mechanismus gefunden, mit dem die Armen vom medizinischen Fortschritt profitieren und Unternehmen, die ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse dem Pool zur Verfügung stellten, dafür vergütet werden könnten. UNITAID will im nächsten Jahr vier Millionen Dollar (rund 2,75 Millionen Euro) in den Pool investieren.

Der neue Mechanismus sieht vor, dass Pharmakonzerne auf freiwilliger Basis ihre Patente für Aids-Medikamente dem Pool zur Verfügung stellen, dieser kann sie dann lizenziert den Generika-Herstellern weitergeben – wofür im Gegenzug Anteile vom Verkaufserlös fällig werden.

UNITAID hat nach eigenen Angaben 19 Arzneimittel von neun Patenthalter-Konzernen aufgelistet, die für den Pool in Frage kämen. Der Organisation zufolge laufen Gespräche mit den US-Pharmakonzernen Gilead, Johnson und Johnson, Merck und Sequoia über die Teilnahme an dem Pool.    

UNITAID zufolge könnten Generika-Hersteller durch die Pool-Lösung neuere und effektivere Medikamente verschiedener Patenthalter-Unternehmen kombinieren, was bislang durch Patentauflagen erschwert werde. Die mithilfe des Patent-Pools produzierten Aids-Medikamente wären ausschließlich für die Entwicklungsländer bestimmt.

Hier erfordern unter anderem zunehmende Resistenzen von Aids-Patienten gegen bestimmte Arzneien dringend neue Medikamente. UNITAID erhofft sich von dem geplanten Pool durch einen verstärkten Wettbewerb zwischen den Pharma-Laboren Einsparungen von jährlich mehr als einer Milliarde Dollar bei der Behandlung von HIV-Infizierten und Aids-Kranken in armen Ländern.    

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüßte, dass UNITAID den Pool rasch auf den Weg bringen will. Zugleich mahnte sie, der Erfolg des geplanten Pools hänge von der Bereitschaft der Pharmakonzerne zur Zusammenarbeit ab.

„Die Patenthalter müssen sich von der Bekundung allgemeiner Unterstützung zu festen und offiziellen Lizenz-Verpflichtungen hinbewegen“, sagte die Leiterin der Politik-Abteilung von Ärzte ohne Grenzen, Michelle Childs, in Genf.    

Die Organisation UNITAID hat ihren Sitz bei der Weltgesundheitsorganisation in Genf. Sie finanziert sich zu 70 Prozent aus den Steuern auf Flugtickets, die in acht der 29 Mitgliedsländer erhoben werden, darunter Frankreich und Südkorea. © afp/aerzteblatt.de

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