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Suchtexperte fordert schärfere Kontrollen gegen Allkoholmissbrauch

Dienstag, 15. Dezember 2009

Wiesbaden – Im Kampf gegen den „dramatisch zunehmenden Alkoholmissbrauch” bei Kindern und Jugendlichen fordert der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, schärfere Kontrollen. „Wir brauchen keine Appelle als gute Nachrichten, die wirkungslos verpuffen, sondern effektive Maßnahmen zur Durchsetzung des Jugendschutzgesetzes”, sagte der Suchtexperte am Dienstag in Hamm.

Wie das Statistische Bundesamt zuvor in Wiesbaden mitgeteilt hatte, wurden im vergangenen Jahr rund 25.700 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär betreut. Das ist ein Anstieg von elf Prozent im Vergleich zu 2007. Im Vergleich zum Jahr 2000 stieg die Zahl sogar um 170 Prozent.

Gaßmann unterstützt angesichts dieser Entwicklung den Vorstoß der Bundesdrogenbeauftragten, Mechthild Dyckmans (FDP), die mit dem Einzelhandelsverband das Problem diskutieren will. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. „Wir müssen dazu kommen, dass die Ausweiskontrollen bis zu einem geschätzten Alter von 25 Jahren an Supermarktkassen selbstverständlich werden”, sagte der Suchtexperte.

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Der Leiter des Bereiches Suchtprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung , Peter Lang, zeigte sich von den Zahlen überrrascht, denn eigentlich habe man beim Alkoholkonsum von Jugendlichen in den vergangenen Jahren eine andere Tendenz festgestellt - der Konsum stagniere nämlich. Dass die Fälle, in denen die Einlieferung in ein Krankenhaus nötig wurde, zunehmen, ist nach Langs Einschätzung darauf zurückzuführen, dass es immer mehr sehr junge Konsumenten gebe: „Je jünger jemand ist, desto leichter kann es zu einer Vergiftung kommen.” © ddp/aerzteblatt.de

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